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Verkehrsminister dringt auf bessere Zugverbindung nach Prag

München (dpa/lby) – Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart macht sich für eine bessere Zugverbindung nach Tschechien stark. «Nach dem großen Erfolg der Strecke München-Berlin muss nun endlich die Verbindung von München nach Prag rasch ausgebaut werden», sagte der CSU-Politiker am Freitag in München. Einzelne kleinere Maßnahmen brächten keine signifikante Beschleunigung. «Was wir brauchen, ist ein Projekt, das bis in die Region strahlt.»

Bayern habe sogar die Finanzierung der Planung von Schwandorf bis zur Grenze angeboten, «obwohl wir dafür gar nicht zuständig sind», sagte Reichhart. «Ich werde beim Bund weiter darauf dringen, dass das Projekt noch in diesem Jahr in die jährlichen Planungsvereinbarungen zwischen Deutscher Bahn und Bundesverkehrsministerium kommt.»

Zuvor hatte SPD-Politiker Markus Rinderspacher eine schnellere Bahnverbindung von München und Nürnberg nach Prag gefordert. «Das Schneckentempo behindert den grenzüberschreitenden Verkehr und das Zusammenwachsen im Herzen Europas», sagte der europapolitische Sprecher der Bayern-SPD. Folge seien verstopfte Autobahnen wie auf der A6. Für die Mobilität der Menschen müssten Expresszüge im Zwei-Stunden-Takt Selbstverständlichkeit sein, sagte Rinderspacher.

Durch Elektrifizierung und teils zweigleisigen Ausbau könne die Fahrzeit zwischen München und der tschechischen Hauptstadt auf knapp über vier Stunden verkürzt werden, sagte er. Aktuell dauert die Bahnverbindung von München nach Prag etwa fünfeinhalb Stunden, von Nürnberg nach Prag länger als viereinhalb Stunden.

Rinderspacher hatte zu diesem Thema eine parlamentarische Anfrage an das Verkehrsministerium in München gestellt. Aus der Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, geht hervor, dass derzeit wegen zu hoher Kosten keine Ausbaumaßnahmen auf deutscher Seite geplant sind.