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Schneereicher Wochenstart in Franken

Würzburg/München (dpa/lby) – Nach einem schneereichen Wochenstart vor allem in Franken soll es in den kommenden Tagen nahezu überall in Bayern frostig kalt und winterlich weiß werden. Peu à peu verziehen sich zum Wochenende die grauen Schneewolken, «dann wird sich auch öfter die Sonne zeigen», prognostizierte am Montag ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). «Die hochwinterliche Phase wird bayernweit anhalten.» Bis zu minus 16 Grad nachts sind mancherorts am Ende der Woche möglich.

Der Montagmorgen war vor allem für die Räumdienste in Franken mit stundenlangen Einsätzen verbunden. «Die haben das ganz gut gemeistert», kommentierte eine Polizeisprecherin in Oberfranken. Schwere Unfälle seien ausgeblieben, auch habe es kaum Behinderungen gegeben. Gebietsweise gab es bis zu 25 Zentimeter Neuschnee innerhalb von 12 Stunden – doch chaotische Verkehrsverhältnisse wurden nicht gemeldet, auch nicht im morgendlichen Berufsverkehr.

Auf besonders hügeligen Strecken entlang der Autobahnen 9 und 72 in den Landkreisen Bayreuth und Hof blieben aber immer wieder Lastwagen wegen des Schnees liegen.

Das Technische Hilfswerk befreite auf der A6 Lastwagen vom Schnee. Ein Auto hatte sich zuvor gedreht und die Fahrbahn versperrt. Etwa 100 Fahrzeuge stauten sich im Anschluss am Sonntagabend zwischen dem Kreuz Nürnberg-Süd und Roth in Fahrtrichtung Amberg. Bis das Auto geborgen wurde, waren etliche Lastwagen eingeschneit.

«Es ist alles sehr glimpflich abgegangen», sagte ein Polizeisprecher in Mittelfranken am Montagmorgen. Ein paar Autos seien auf glatter Straße im Graben gelandet oder auf andere Wagen aufgefahren. Schwerverletzte seien nicht gemeldet worden.

Indes rückte die Feuerwehr in Mittelfranken mindestens 18 Mal zu Einsätzen wegen umgestürzter Bäume aus, die unter der Schneelast zusammengebrochen waren. In Unterfranken registrierte die Polizei bis zum Vormittag acht kleine Verkehrsunfälle ohne Verletzte. In Würzburg fuhren allerdings zeitweise keine Busse.

Im S-Bahn- und Regionalverkehr der Bahn gab es mancherorts Verspätungen oder Zugausfälle. «Der Baum aus der Oberleitung wurde entfernt», twitterte die Deutsche Bahn etwa zu einem Vorfall zwischen Rottendorf und Würzburg-Hauptbahnhof. Teils wurden Busse als Ersatzverkehr eingerichtet, beispielsweise zwischen Wicklesgreuth und Windsbach in Mittelfranken.

Die starken Schneefälle veranlassten die Behörden in einigen Regionen Frankens, den Präsenzunterricht für die Abschluss- und Prüfungsklassen am Montag auszusetzen. Betroffen waren unter anderem Würzburg, Schweinfurt (jeweils Stadt und Landkreis) sowie die Landkreise Bad Kissingen, Main-Spessart und Kulmbach.

Der Landkreis Rhön-Grabfeld verzichtete auf Notbetreuung an allen Schulen. Distanzunterricht soll jedoch stattfinden. Die meisten von Bayerns Schülern lernen allerdings coronabedingt sowieso weiterhin zu Hause.

Schneien soll es in den nächsten Tagen fast bayernweit, am Alpenrand sind bis zu 15 Zentimeter möglich. Dazu soll es knackig kalt werden – Dauerfrost tagsüber und nachts weit unter minus 10 Grad. «An der frostigen Periode wird sich zunächst nichts ändern», sagte der DWD-Meteorologe.

«Die Lawinengefahr ist im bayerischen Alpenraum verbreitet als mäßig einzustufen», hieß es beim Lawinenwarndienst am Montag. Die Hochwasser-Lage entspannte sich im Norden weiter.

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