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Schüler klagt erneut gegen Quarantänepflicht und scheitert

Würzburg (dpa/lby) – Ein Schüler aus Unterfranken ist erneut mit einem Eilantrag gegen seine häusliche Quarantäne bei Gericht gescheitert. Der 13-Jährige sah sich wegen einer Verlängerung seiner Quarantäne in seinen Rechten verletzt, wie das Verwaltungsgericht Würzburg am Freitag mitteilte. Das Landratsamt ordnete die Verlängerung an, da der Schüler keinen Coronatest durchführte und somit kein negatives Ergebnis vorlegen konnte.

Zuvor wurde seine Klasse in Quarantäne geschickt, nachdem ein Mitschüler positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Vertreten durch seine Eltern klagte der 13-Jährige gegen die Anordnungen. Die Schüler hätten den Abstand eingehalten und eine Maske getragen, außerdem seien Coronatests unzuverlässig. Diesen Eilantrag lehnte das Verwaltungsgericht Würzburg bereits am Dienstag ab.

Daraufhin legten die Rechtsvertreter des Schülers am Mittwoch beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München Beschwerde ein. Da die Quarantäne des Schülers zwischenzeitlich auslief, kam es zu keinem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs. Wegen des fehlenden negativen Coronatests verlängerte das Gesundheitsamt Schweinfurt die Auflagen bis zum 12. November.

Die Quarantäneverlängerung sei rechtmäßig und nicht willkürlich, urteilte das Gericht am Freitag. Die Kammer berief sich dabei auf die Einschätzung des Gesundheitsamtes, dass bei einem asymptomatischen Verlauf laut Robert Koch-Institut noch nach 14 Tagen eine Symptomatik auftreten könnte. Gerade vor dem Hintergrund der exponentiell steigenden Infektionszahlen bestehe ein Überwiegen des Gesundheitsschutzes für dritte Personen gegenüber dem Interesse des Antragstellers.