Schutz gegen Krebs: Weniger HPV-Impfungen während Corona

Es ist die bislang einzige Impfung gegen Krebs: Doch im ersten Corona-Jahr 2020 sind deutlich weniger Kinder und Jugendliche gegen eine Infektion mit dem HPV-Virus geimpft worden als im Vorjahr. Die Erstimpfungsquote sank bei den Mädchen um rund zehn, bei den Jungs um 1,4 Prozent, wie die Krankenkasse DAK Bayern am Donnerstag mitteilte. Humane Papillomviren (HPV) können Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen. Weil sie durch sexuellen Kontakt übertragen werden, wird die Impfung für beide Geschlechter vor dem ersten Sex empfohlen.

Laut Deutscher Krebshilfe erkranken in Deutschland pro Jahr rund 7700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs. Auch in Bayern treffe es noch immer zu viele Menschen, sagte DAK-Landeschefin Sophie Schwab. «Es ist sehr wichtig, insbesondere die Eltern bei diesem Thema weiter zu sensibilisieren und aufzuklären, um die Gesundheit der zukünftigen Generation zu schützen.»

Immerhin erreichte die Erstimpfungsquote bei den Jungen fast das Niveau der Mädchen: 2020 erhielten acht Prozent der Jungen im Alter zwischen 9 und 17 Jahren im Freistaat eine HPV-Impfung, bei den Mädchen waren es elf Prozent. Dennoch liegt die Gesamt-Impfquote der Jungen deutlich unter der Quote der Mädchen, betonte die DAK. Nach den jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts habe der Anteil vollständig gegen HPV geimpfter Mädchen im Alter von 15 Jahren Ende des Jahres 2019 rund 47 Prozent betragen, während lediglich fünf Prozent aller gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft waren.

Die DAK ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands und hat für die Auswertung die Daten von knapp 50 000 Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren aus Bayern analysiert. Dadurch gelten die Zahlen als repräsentativ. Als Anlass diente die am Montag startende 6. Bayerische Impfwoche: Sie steht heuer unter dem Motto «HPV-Impfung – Dein Schutz gegen Krebs».