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Seehofer: «Hoffe, ich darf Euch noch einige Tage leiten»

Köln (dpa) – Angesichts des jüngsten Vorstoßes von CSU-Chef Markus Söder für eine Kabinettsumbildung hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Union vor Selbstbeschäftigung gewarnt. Im vergangenen Jahr sei die Wirkung von Selbstbeschäftigung bei der SPD zu sehen gewesen, sagte Seehofer am Rande der Jahrestagung des Beamtenbunds dbb in Köln. «Wir sollten jetzt als Union der SPD in diesem Jahr nicht nacheifern», mahnte er. Die SPD hatte sich eine monatelange Auswahl ihrer neuen Parteispitze geleistet.

«Ich glaube ohnehin, dass die Bevölkerung in erster Linie will, dass wir gute Arbeit leisten und weniger uns mit uns selbst beschäftigen», so Seehofer. Auch zu seiner eigenen politischen Zukunft wolle er aus diesem Grund nichts sagen. «Ich gebe dazu schon seit zwei Jahren keine Stellungnahmen mehr ab.» Seehofer hatte im vergangenen Mai gesagt, er wolle mit dem Ende der laufenden Legislaturperiode aus der Politik ausscheiden.

In seiner Rede vor dem dbb ging Seehofer mit Ironie auf die Debatte ein: «In meinem Alter, das werden Sie alle noch erleben, müssen Sie täglich nach dem Aufstehen prüfen, ob Sie noch im Amt sind.» Söders Vorstoß, der in der «Bild am Sonntag» eine Verjüngung des Bundeskabinetts gefordert hatte, erwähnte Seehofer nicht ausdrücklich. Der 70-Jährige stellte aber klar, dass er sich als Chef des Bundesinnenministeriums wohl fühlt: «Ich hoffe, ich darf Euch noch einige Tage leiten», sagte er an die Adresse seiner Mitarbeiter.