© Armin Weigel

Seehofer und Söder demonstrieren Geschlossenheit

Ingolstadt/München (dpa) – CSU-Chef Horst Seehofer und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder haben nach ihren Hakeleien über die Ursachen der miesen CSU-Umfragewerte Geschlossenheit demonstriert. Bei einem gemeinsamen Auftritt am Montagabend in Ingolstadt wiesen beide den Eindruck zurück, dass es Streit zwischen ihnen gebe.

«Ich konnte da keinen Streit feststellen», sagte Seehofer schon vor Beginn der Veranstaltung. Auf die Frage, warum er auch bei einem schlechten Abschneiden der CSU bei der Landtagswahl Parteichef bleiben wolle, ging er nicht ein. «Ich sage dazu heute gar nichts. Ich möchte heute einen schönen Abend verbringen», sagte er nur.

Auch Söder versicherte, es gebe keinen Streit. «Wir wollen ja alle gemeinsam was erreichen für Bayern. Das ist ja eine gemeinsame Aufgabe. Ein jeder ist doch verpflichtet, das Bestmögliche für Bayern und die CSU zu erreichen.» Er fügte sogar hinzu: «Ich kenne keine Partei, die so geschlossen und so stabil ist wie die CSU.»

Nachdem Söder die Bundespolitik für die schlechten Umfragewerte verantwortlich gemacht hatte, hatte Seehofer den Ball zuletzt zurück nach München gespielt. «Ich habe mich in den letzten sechs Monaten weder in die bayerische Politik noch in die Wahlkampfführung eingemischt», sagte er in einem Zeitungsinterview. Das sei das Vorrecht Söders. «Er ist zuständig für strategische Überlegungen im Wahlkampf.» In der CSU wurde dies als klare Schuldzuweisung an die Adresse Söders verstanden – und als realitätsfern zurückgewiesen.