Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens., © David Inderlied/dpa/Symbolbild

Seniorinnen getötet: Ehemänner unter Verdacht, Motive unklar

Binnen zwei Tagen sind in Bayern zwei Mal über 80 Jahre alte Männer mutmaßlich zu Tätern geworden und haben ihre hochbetagten Ehefrauen getötet. In einem Fall wurde auch der Sohn tot gefunden.

Ein Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes entdeckte am Sonntag in einer Wohnung eines Seniorenpaares im niederbayerischen Passau die 85-jährige Ehefrau und ihren 59 Jahre alten Sohn tot. Der 86 Jahre alte Ehemann sei schwer verletzt gewesen, teilte die Polizei am Sonntagabend mit.

Nach dem Stand der Ermittlungen werde nicht ausgeschlossen, dass der 86-Jährige mutmaßlich seine Ehefrau und seinen Sohn tötete. Anschließend habe er vermutlich versucht, sich selbst das Leben zu nehmen. Der 86-Jährige wurde schwer verletzt in eine Klinik gebracht. Bei einer Not-Operation habe sein Zustand zunächst stabilisiert werden können. Nach ersten Erkenntnissen wohnte der Sohn mit den Eltern in der Wohnung.

Der genaue Tathergang wie auch das Motiv sind noch unklar. Die Polizei ließ auch offen, wie die Opfer zu Tode kamen. «Das ist Gegenstand der Ermittlungen», sagte ein Polizeisprecher. Die Passauer Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt. In der kommenden Woche sollen die Toten obduziert werden.

Erst am Freitag hatte ein 84-Jähriger im oberbayerischen Weilheim seine zwei Jahre jüngere Frau getötet. Der Mann habe am Freitagnachmittag selbst die Ermittler gerufen, teilte die Polizei mit. Die Beamten fanden in der Wohnung den Leichnam der 82-Jährigen. Der Ehemann habe sich widerstandslos festnehmen lassen.

Er habe die Tat bei seiner Vernehmung zugegeben, berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Wie und weshalb der 84-Jährige seine Frau tötete, ließ die Polizei zunächst offen.

Weil der Mann Verletzungen hatte, die er sich nach eigenen Angaben selbst zugefügt hatte, kam er zunächst unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus. Er wurde am Samstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der den Angaben zufolge einen Haftbefehl wegen Totschlags erließ.