Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz teil., © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Söder: Die WM hätte nie nach Katar vergeben werden dürfen

Der bekennende Fußballfan und CSU-Chef Markus Söder blickt mit gemischten Gefühlen auf die bevorstehende Weltmeisterschaft. «Natürlich bin ich besorgt und empört wegen der kritischen Menschenrechtslage in Katar – der offenen Homophobie, die erst jüngst der WM-Botschafter ganz offen äußerte», sagte Bayerns Ministerpräsident der Zeitschrift «Bunte». «Seien wir ehrlich: Die WM hätte nie dorthin vergeben werden dürfen.»

Außerdem gehöre die Fußball-Weltmeisterschaft für ihn nicht in den Winter, als Fußballfan freue er sich aber trotzdem auf die Duelle. «Von einem Boykott halte ich wenig, das würde nur unsere Spieler und die Mannschaft treffen, die für die Fehler der FIFA nichts können», sagte Söder, der sich bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr auch dafür eingesetzt hatte, dass das Münchner Stadion in Regenbogenfarben erleuchtet wurde. In Bayern lebe man auch nach dem Motto «lieben und lieben lassen». «Es wäre doch gut, wenn unsere Spieler und der DFB in Katar Ähnliches zeigen.»

Persönlich sehe er sich eher als der Kapitän einer Mannschaft, sprich der Partei und der Staatsregierung, sagte Söder. «Ein Ministerpräsident ist wie ein Kapitän – man muss führen und fühlen. Und beherzt vorangehen und Verantwortung übernehmen.»

Vom 20. November bis 18. Dezember spielen 32 Nationen um den WM-Titel im Emirat. Die DFB-Elf von Trainer Hansi Flick eröffnet ihre Jagd auf den fünften Pokal am 23. November gegen Japan.