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Söder: Infektionszahlen sind mit Blick auf Winter zu hoch

Berlin (dpa) – Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder derzeit mit Blick auf den anstehenden Herbst und Winter zu hoch. «Das Problem ist, es ist zu früh zu hoch», sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einer Videokonferenz von Bund und Ländern in Berlin. Es müsse daher jetzt das Ziel aller sein, «die Zahlen wieder runter zu kriegen und einen zweiten Lockdown zu verhindern». Derzeit sei nicht kalkulierbar, wie sich die Corona-Infektionen in den kommenden Monaten entwickeln würden, wenn wieder wegen der Witterung weniger Veranstaltungen im Außenbereich stattfinden müssten.

Söder betonte, dass der zuvor von Bund und Ländern vereinbarte gemeinsame Pfad helfen werde, die Infektionen zu reduzieren. Er lobte explizit die Einführung des Mindest-Bußgeldes von 50 Euro für Maskenverweigerer, wenngleich Bayern bei seinen höheren Sätzen von 250 Euro und 500 Euro im Wiederholungsfall bleiben werde. Zugleich sei es richtig, dass keine weiteren Lockerungen im Raum stünden.

Dies gelte auch für Sportveranstaltungen, bei denen vorerst keine Zuschauer erlaubt blieben. «Deswegen ist es auch beim Fußball nicht sinnvoll, jetzt im September mit Zuschauern zu starten», sagte Söder. Dies sei auch das falsche Signal in der derzeitigen Lage. Zunächst müsse es darum gehen, Schulen, Kitas und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Mit Blick auf die beschlossene Quarantäneregel betonte Söder, dass er skeptisch bleibe, was die Umsetzung angehe. Konkret nannte er die Durchführung von Kontrollen mit der derzeitigen Personalstärke in den Kommunen und die Digitalisierung bei den Aussteigerkarten in den Flugzeugen bis Anfang Oktober.