Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern., © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Söder: Sorge vor langem Abstiegsszenario für Wirtschaft

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke bis Frühjahr 2023 erneut als unzureichend kritisiert. Er halte es nach wie vor für falsch, dass die Akw nicht bis mindestens Ende 2024 weiterbetrieben würden, sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «Markus Lanz». Er glaube nicht an die Ewigkeit der Energieform, aber er würde nach Gefährdungslage gehen, sagte Söder. «Wir wissen doch bis heute nicht, wie lange der Krieg dauert.»

Für den kommenden Winter sei vorgesorgt worden. «Aber wie geht es dauerhaft aus?», sagte Söder. Wenn sich Deutschland gegen die Atomkraft und eine eigene Gasförderung entscheide, dann werde sich der Energiepreis dauerhaft auf einem hohen Level bewegen. «Da mache ich mir Sorgen, dass ein Abstiegsszenario für die Wirtschaft entstehen kann.»

Zur Sicherung der Stromversorgung hatte der Bundestag vergangene Woche dem vorübergehenden Weiterbetrieb der drei letzten Atomkraftwerke in Deutschland zugestimmt. Die Meiler Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland sollen damit bis zum 15. April 2023 in Betrieb bleiben. Die Kraftwerke hätten im Zuge des Atomausstiegs eigentlich zum Jahresende abgeschaltet werden sollen.