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SPD: Regierung hat beim Bau von Studentenwohnheimen versagt

München (dpa/lby) – Die Landtags-SPD schlägt Alarm: Es gebe viel zu wenige Studentenwohnheime in Bayern, kritisiert Fraktionschef Markus Rinderspacher. «Die CSU-Alleinregierung nimmt das Thema nicht ernst», sagte er. «Wir brauchen mehr Investitionen in den Wohnheimausbau, um perspektivisch auf eine Unterbringungsquote von mindestens 15 Prozent zu kommen.» Derzeit erhalte nur rund jeder zehnte Studierende in Bayern einen Wohnplatz in einem Studentenwohnheim, teilte der SPD-Politiker unter Berufung auf die Antwort des Wissenschaftsministeriums auf eine Anfrage seiner Fraktion mit.

«Neun von zehn Studierenden müssen mit anderen Haushalten niedrigen Einkommens auf dem freien Markt um Wohnungen konkurrieren», kritisierte Rinderspacher. Er warf der CSU-Staatsregierung schwere Versäumnisse beim Bau von Studentenwohnungen vor.

«Die Mietpreise in den bayerischen Hochschulstädten explodieren, aber der Wohnheimausbau lahmt. Das kann so nicht bleiben», sagte Rinderspacher. «Bayern muss mehr Geld bereitstellen.» Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der Studenten im Freistaat um knapp 83 Prozent gestiegen, die Zahl der Wohnraumplätze hingegen nur um 23 Prozent. Der SPD-Fraktionsvorsitzende beklagte, dass künftig mehr und mehr die Frage bezahlbaren Wohnens die Entscheidung über den Studienstandort bestimme. «Ob man in Bayern studieren kann, soll vom Talent und nicht vom Geldbeutel abhängen.»

Den Antworten des Ministeriums zufolge liegen die Wartezeiten für Wohnheimplätze der Studentenwerke aktuell bei bis zu vier Semestern, so Rinderspacher. 2017 habe die Staatsregierung mit 788 neuen Wohnplätzen ihr Ziel von 1500 Plätzen deutlich verfehlt.