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Bundespräsident in Franken: Steinmeier würdigt Ludwig Erhard

Fürth/Bayreuth/Nürnberg (dpa) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einem Besuch in Franken die Lebensleistung des früheren Bundeskanzlers und Bundeswirtschaftsministers Ludwig Erhard (1897-1977) gewürdigt. «Wir verdanken Erhard eine auf Freiheit und Rechtssicherheit gebaute Wirtschaftsordnung», sagte Steinmeier bei der Eröffnung des Ludwig-Erhard-Zentrums (LEZ) am Freitag in Fürth. Er habe gewollt, dass «alle die Chance erhalten, sich eigenen Wohlstand zu erarbeiten.»

Erhard gilt als Vater der sozialen Marktwirtschaft und als Schöpfer des Wirtschaftswunders im Nachkriegsdeutschland. Das Fürther Geburtshaus des CDU-Politikers bildet mit einem Neubau einen Museumskomplex, mit dem die Stadt an das Leben und Wirken ihres Sohnes erinnern will. «Ich glaube, Erhard wäre stolz auf sein Museum und seine Fürther – darauf, dass sie ihm eben keine goldene Statue, sondern einen Ort für Aufklärung und Dialog gewidmet haben», sagte Steinmeier.

Das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft von Aufstieg und sozialer Sicherheit sei seit Jahrzehnten Garant für politische Stabilität, sagte der Bundespräsident. «Ohne dieses Versprechen gerät in unserer Gesellschaft möglicherweise etwas ins Rutschen.» Es gelte, die Herausforderung der Globalisierung und Digitalisierung zu meistern.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war bei der Eröffnung des LEZ dabei. Das Geld für das 18-Millionen-Projekt kam vom Bund, dem Freistaat Bayern, der Stadt Fürth und der privaten Stiftung Ludwig-Erhard-Haus. Das LEZ soll vom 20. Juni an für das Publikum zugänglich sein.

Nach dem Festakt ging es für den Bundespräsidenten noch zur Handwerkskammer nach Bayreuth. Dort informierte er sich in Werkstätten von Schreinermeister- und KFZ-Mechatronikschülern über die Digitalisierung im Handwerk.

Mit leichter Verspätung traf Steinmeier schließlich zum Abschluss seines Franken-Besuchs in Nürnberg den Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, und würdigte dabei die gute Arbeit der Mitarbeiter der Behörde. Der Bundespräsident tauschte sich mit BA-Vorstand und Experten zudem über die Integration von Langzeitarbeitslosen und Flüchtlingen aus.