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Steinmeier zu Staatsbesuch in Finnland eingetroffen

Helsinki (dpa) – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen dreitägigen Staatsbesuch in Finnland begonnen. In der Hauptstadt Helsinki wurde er von Präsident Sauli Niinistö begrüßt.

In einem Interview der finnischen Tageszeitung «Helsingin Sanomat» hob Steinmeier die engen und freundschaftlichen Beziehungen beider Länder hervor. Deutschland und Finnland seien heute «in fast allen Fragen gleichgesinnte Partner». Als wichtige Themen seiner Gespräche nannte er die Zukunft Europas, das Verhältnis zu Russland und die Folgen der Digitalisierung. Auch beim Klimaschutz könne Deutschland viel von Finnland lernen.

Finnland ist traditionell an einem guten Verhältnis zum großen Nachbarn Russland interessiert, mit dem es eine 1300 Kilometer lange Grenze teilt. Das Land ist Mitglied der Europäischen Union, aber nicht der Nato.

Steinmeier sagte der Zeitung, Russland definiere seine eigene Zukunft eher in Abgrenzung zu Europa als in Kooperation. Differenzen sollten benannt und nicht verschwiegen werden; Sprachlosigkeit erhöhe die Risiken und eröffne keine neuen Optionen.

In Europa dürfe der innere Zusammenhalt nicht für «kurzfristige innenpolitische Positionsgewinne» aufs Spiel gesetzt werden, sagte Steinmeier weiter. Die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU müsse vorangebracht werden. Überall in Europa müsse einem neuen Nationalismus entgegengetreten werden.

Am Mittwoch reist Steinmeier zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender ins nordfinnische Oulu weiter. Die Stadt gilt als Zentrum der finnischen IT-Wirtschaft und ist die nördlichste Großstadt innerhalb der EU.