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Stoiber will sich trotz Differenzen von Orban ehren lassen

München/Budapest (dpa/lby) – Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber will sich trotz der jüngsten Differenzen zwischen seiner Partei und Ungarns Regierungschef Viktor Orban persönlich von diesem mit einem Orden auszeichnen lassen. «Ungarn gehörte für mich immer zum Herzen Europas. Ich verstehe die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes deshalb als Würdigung meiner jahrzehntelangen intensiven Arbeit zur Festigung der bayerisch-ungarischen Freundschaft und zur Integration Ungarns in ein geeintes Europa», sagte Stoiber am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. Er betonte, dass ihm sowohl CSU-Chef Markus Söder als auch der EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber zu der für den 8. November geplanten Ehrung gratuliert hätten.

Stoiber soll an dem Tag von Orban das Große Verdienstkreuz der Republik Ungarn erhalten. Gewürdigt werden sollen Stoibers Verdienste um die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder. Bereits einen Tag vor der Preisverleihung will Stoiber in Budapest bei einer Veranstaltung der Hanns-Seidel-Stiftung eine Festrede zur Rolle Ungarns bei der deutschen Wiedervereinigung halten.

Das langjährig gute Verhältnis der CSU zu Orban ist in den vergangenen beiden Jahren merklich abgekühlt. Im EU-Wahlkampf hatte CSU-Vize Weber erklärt, dass er sich nicht mit den Stimmen von Orbans EU-kritischer Fidesz-Partei zum EU-Kommissionschef wählen lassen wolle. Der Ungar revanchierte sich, als er Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dabei unterstützte, Weber als Kommissionspräsidenten zu verhindern.