Die Zentrale der Wirtschaftsauskunftei Creditreform., © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Studie: Überschuldung im Freistaat nimmt weiter ab

Trotz der steigenden Preise ist die Zahl der Bayern, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, zuletzt gesunken. Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in ihrer Studie «Schuldneratlas 2022» berichtete, waren im Freistaat rund 660.000 Erwachsene überschuldet – etwa 40.000 weniger als vor einem Jahr.

Die Überschuldungsquote – also der Anteil überschuldeter Personen im Verhältnis zu allen Erwachsenen im Freistaat – sank auf 6,05 Prozent. Im Vorjahr hatte die Quote bei 6,4 und 2020 bei 7,1 Prozent gelegen. Bayern hat somit im Vergleich der Bundesländer weiter den besten Wert, wie aus den am Dienstag in Neuss veröffentlichen Zahlen hervorgeht. Anschließend folgen Baden-Württemberg und Thüringen.

Bundesweit gelten nach der Studie 5,9 Millionen Menschen als überschuldet – das heißt, sie müssen über einen längeren Zeitraum mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Das sind 274.000 Fälle weniger als im Vorjahr. Die bundesweite Überschuldungsquote sank um fast einen halben Punkt auf 8,5 Prozent.

Staatliche Hilfen, pandemiebedingte Einschränkungen der Konsummöglichkeiten sowie Konsumverzicht und Ausgabenvorsicht der Verbraucher drückte laut Creditreform die Zahl der bundesweiten Überschuldungsfälle schon im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefstand.

Nun erwartet Creditreform jedoch, dass die Überschuldungszahlen in den kommenden Monaten stark steigen. Schuld daran sei vor allem die stark steigende Energierechnung, die erst zu Beginn des kommenden Jahres fällig werde. Vielen Verbrauchern fehle dafür das finanzielle Polster.