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Thierse: Das Kreuz gehört nicht in den Wahlkampf

Berlin (dpa/lby) – Die Kritik am Kruzifix-Vorstoß der bayerischen Staatsregierung reißt nicht ab. Der ehemalige Bundestagspräsident und SPD-Politiker Wolfgang Thierse, sagte am Samstag im Inforadio des rbb, das Kreuz als das zentrale Symbol christlichen Glaubens dürfe nicht Gegenstand staatlicher Verordnung werden. Er verstehe zwar, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder das Kreuz als Zeichen der Identität sehen wolle. Dies rechtfertige aber nicht, es in den Zusammenhang eines Wahlkampfes zu rücken.

«Der Staat des Grundgesetzes ist weltanschaulich religiös neutral, dass heißt er ist offen für alle Bekenntnisse», sagte Thierse, der auch Mitglied im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken ist. Das bayerische Kabinett hatte in dieser Woche beschlossen, in allen Behörden des Freistaats ein Kreuz anbringen zu lassen.