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Umweltbank wendet Machtübernahme durch die GLS Bank ab

Nürnberg (dpa/lby) – Die Aktionäre der Umweltbank AG haben den Einstieg der Bochumer GLS Gemeinschaftsbank in den Aufsichtsrat vorerst verhindert. Auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Nürnberg stimmten die Anteilseigner nach mehrstündiger Debatte für die Kandidaten des Vorstands und lehnten den Gegenvorschlag der GLS ab, mit dem zwei der drei Gremiumsmitglieder ausgetauscht werden sollten. Die Aktionäre stimmten mehrheitlich für eine weitere Amtszeit der bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Edda Schröder und für die bisherigen Aufsichtsräte Günther Hofmann aus Bad Mergentheim und den Aschaffenburger Notar Heinrich Klotz, die seit 1999 beziehungsweise 2010 die ökologisch ausgerichtete Umweltbank kontrollieren. Die GLS Gemeinschaftsbank hatte im April von der Gründerfamilie Horst und Sabine Popp 15,6 Prozent der Umweltbank-Aktien erworben. In einem kurzfristig vor der Hauptversammlung eingereichten Antrag stellte die GLS zwei ihr nahestehende Kandidaten zur Wahl – Silke Stremlau, Vorstandsmitglied des Pensionsfonds Hannoversche Kassen, und Hermann Falk, Vorstand der GLS Treuhand in Bochum. Dagegen wehrte sich der Vorstand der Umweltbank. Vorstandssprecher Stefan Weber warnte davor, dass einer der wichtigsten Wettbewerber als Minderheitsaktionär die Macht im Kontrollgremium an sich reiße.

Ein Antrag des Dachverbands der Kritischen Aktionäre, für die Wahl der Aufsichtsräte und einer Erweiterung auf sechs Aufsichtsräte eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, fand nicht die erforderliche Mehrheit. Jedoch schlossen Vorstand und bisheriger Aufsichtsrat eine Erweiterung des Gremiums und eine entsprechende Beschlussfassung auf einer der nächsten Hauptversammlungen nicht aus.

Jahresabschluss, Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Die Bilanzsumme der Bank wuchs demnach im vergangenen Jahr um 8,7 Prozent auf 3,485 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss um 3,1 Prozent auf 16,7 Millionen Euro. Pro Aktie werden 0,32 Euro Dividende ausgeschüttet.

Vorstandssprecher Weber kündigte an, die Umweltbank moderner und frischer zu machen. Das Serviceangebot werde «von der Zweitbank zur grünen Hausbank» erweitert. Dazu zählen laut Weber ein neues Unternehmensdesign, neue Umweltfonds, ein ökologischer Verbraucherkredit, die Einführung von Girokonten und ein verbessertes Online-Kundenportal.