Union Berlins Trainer Urs Fischer nach dem Spiel., © Soeren Stache/dpa/Archivbild

Unions Fischer will «außergewöhnliche» Saison fortsetzen

Lust, große Worte über Jubiläen und Rekorde zu verlieren, verspürte Union-Trainer Urs Fischer naturgemäß nicht. «Für mich ist vor allem entscheidend, was nach dem 34. Spieltag steht. Das ist für mich von Bedeutung», sagte der Schweizer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Schließlich steht am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) im Liga-Endspurt auch schon das nächste Spiel für die Köpenicker an, im heimischen Stadion An der Alten Försterei gegen das bereits als Absteiger feststehende Team von Greuther Fürth.

Dennoch mehren sich bei den Eisernen gerade die Bestmarken und Meilensteine: Erstmals hat man zuletzt vier Bundesliga-Spiele in Serie gewonnen, der Punkterekord ist ebenfalls geknackt. Beides können die Köpenicker am Freitag ausbauen. «Nein, kneifen muss ich mich nicht», antwortete Fischer auf eine entsprechende Frage. Er zähle die Siege am Stück nicht, freue sich aber natürlich über Erfolge und gute Leistungen.

Dazu ist die Partie am Freitag noch die 100. für Union in der Bundesliga. «Toll, toll, wer hätte das gedacht?», sagte Fischer. Gerade in den ersten beiden Saisons in der obersten Spielklasse sei seine Mannschaft schließlich als einer der Abstiegskandidaten in die Spielzeit gegangen. Union spiele erneut eine «außergewöhnliche» Saison. Einen Hinweis darauf, dass es für ihn wegen eines verpassten Spiels erst Partie 99 sei, brachte er trotzdem an – und lenkte den Fokus immer wieder auf die konkrete Aufgabe.

Auf dem Papier sieht die eine deutliche Favoritenrolle für die Köpenicker vor, die gegenüber der Konkurrenz vorlegen könnten. Die formstarken Berliner stehen auf Platz sechs und haben beste Chancen auf einen Startplatz im Europapokal. Die Franken sind Tabellenletzter, seit dem Wochenende ist ihr Abstieg besiegelt. Doch gerade solche vermeintlich klaren Spiele können schwierig sein. Das Hinspiel ging für Union 0:1 verloren.

Fischer verbat es sich, von Fürth als einem vermeintlich kleinen Gegner zu sprechen. Er räumte aber ein, dass sich sein Team mitunter etwas schwerer beim Herausspielen von Chancen tue, wenn es mehr Ballbesitz habe.

Es sei schwer einzuschätzen, wie die Fürther auf den feststehenden Abstieg reagieren würden, sagte der 56-Jährige. Einerseits ein schwerer Schlag, andererseits könnten sie auch befreit aufspielen. «Es ist alles ein bisschen möglich», sagte der Schweizer. «In erster Linie müssen wir auf uns schauen.» Seine Mannschaft müsse die Leistungen der letzten Spiele bestätigen und ihr Potenzial auf den Platz bekommen.

Am Freitag muss der 56-Jährige auf die erkrankten Abwehrspieler Timo Baumgartl und Mittelfeld-Mann Andras Schäfer verzichten. Bei Schäfer fiel ein Corona-Test positiv aus. Ansonsten wollte sich der Schweizer nicht allzu sehr in seine Personalplanungen schauen lassen.