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Unionsminister wollen Kronzeugenregelung bei Dopingfällen

München (dpa/lby) – Die Justizminister von CDU und CSU fordern eine Kronzeugenregelung bei Dopingfällen. «Eine der größten Herausforderungen ist die Kultur des Schweigens bei den «schwarzen Schafen» im Spitzensport», sagte Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) am Donnerstag in München bei einer Konferenz der Innen- und Justizminister der unionsregierten Bundesländer. «Bisher reichen hier die gesetzlichen Möglichkeiten noch nicht aus, um an die großen Fische zu kommen.»

Die Unionsminister richten ihre Forderung an das SPD-geführte Bundesjustizministerium. Bausback ergänzte: «Wenn man dopenden Sportlern eine «goldene Brücke» zurück in die Legalität bauen will, dann muss die von Bayern schon von Anfang an geforderte bereichsspezifische Kronzeugenregelung endlich Gesetz werden.» Kooperationsbereite Sportler, die gedopt haben, könnten straffrei bleiben und Netzwerke hinter dem einzelnen Fall aufdecken.

«Eine Kronzeugenregelung würde auch zeigen, dass unsere Gesellschaft es honoriert, wenn jemand bewusst «Nein» sagt zu Doping und aus der Reihe tritt», sagte Bausback. «Sie würde Mut machen zur Kooperation und dazu beitragen, dass die Mauer des Schweigens in der Szene bröckelt.»