Unternehmen: Millionen mit illegaler Entsorgung verdient?

Verantwortliche eines Bauunternehmens aus Niederbayern sollen Millionen mit der illegalen Entsorgung von belastetem Bauschutt verdient haben. Wie die Passauer Staatsanwaltschaft und die Polizei berichteten, gab es wegen dieses Vorwurfes am Donnerstag eine Razzia in drei Landkreisen der Region. Es wurden Geschäftsräume und Wohnungen durchsucht. Dabei seien mehr als 150 Polizisten und Staatsanwälte im Einsatz gewesen.

Die Karl-Unternehmensgruppe aus Hengersberg (Landkreis Deggendorf), zu der das betroffene Unternehmen gehört, teilte mit, dass der betroffene Tochterbetrieb mit den Ermittlern kooperiere. «Die Karl Bau GmbH hat großes Interesse daran, den Sachverhalt vollumfänglich aufzuklären», heißt es in einer Mitteilung. Das Unternehmen sehe sich durch einen ehemaligen Bereichsleiter sowie Mitarbeiter von ihm geschädigt. Es gehe um abgeschlossene Projekte und nicht um laufende Baustellen.

Nach den Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft sollen die beschuldigten Unternehmens-Verantwortlichen mehrere Jahre lang alten Straßenbelag und andere Abbruchabfälle, die beispielsweise mit Asbest verseucht waren, in Südbayern nicht korrekt entsorgt haben. Dadurch sollen mehrere Millionen Euro, die bei einer ordnungsgemäßen Entsorgung angefallen wären, eingespart worden sein. Die Behörden prüfen nun, ob durch die falsche Entsorgung die Umwelt geschädigt wurde.

Bei der Durchsuchungsaktion wurden Akten und große Datenmengen beschlagnahmt. Diese wollen die Ermittler nun auswerten. Zudem wurde ein sogenannter Vermögensarrest über 2,7 Millionen Euro vollzogen. Dies dient dazu, dass möglicherweise durch Straftaten erzielte Gewinne dann später in einem eventuellen Prozess vom Gericht eingezogen werden können.