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Verein: Ältere sollten über Astrazeneca-Impfstoff bestimmen

München (dpa/lby) – Die Landesseniorenvertretung Bayern plädiert in der Debatte um den Corona-Impfstoff von Astrazeneca für eine freie Entscheidung der Älteren, ob sie das Mittel bekommen wollen. «Ob sich Ältere, die 65 und älter sind, mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen, müssen die Betroffenen selbst entscheiden können», sagte der Vereinsvorsitzende Franz Wölfl am Sonntag in München. «Das setzt voraus, dass seitens des Impfpersonals offengelegt wird, welcher Impfstoff gespritzt werden soll.» Niemand dürfe den Willen der Betroffenen ignorieren.

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca arbeiten Bund und Länder derzeit an einer Anpassung der bisherigen Impfstrategie. Ein Ergebnis zeichnete sich in einer Videoschalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Samstag bereits ab: Das Präparat soll, entsprechend einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), lediglich an 18- bis 64-Jährige geimpft werden. Das sagte der derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Detailberatungen sollen allerdings am Montagabend fortgesetzt werden.

Wölfl sagte, ältere Menschen seien intelligent genug abzuwägen, ob sie mit einem möglicherweise nicht ganz so wirksamen Impfstoff geimpft werden wollten – oder ob sie noch warten wollten, bis in ihrem Impfzentrum Impfstoff von Biontech oder Moderna vorhanden sei.

Am Freitag hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Stiko den Astrazeneca-Impfstoff nur für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es. Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA die europaweite Zulassung des Impfstoffs empfohlen, für Erwachsene ab 18 Jahren ohne eine Altersbegrenzung.

Die Landesseniorenvertretung ist die überparteiliche Dachorganisation der kommunalen Seniorenvertretungen in Bayern.

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