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Verlust beim Münchner Airport – Kapitalspritze für Nürnberg

München (dpa/lby) – Der Freistaat rechnet wegen der Corona-Krise mit einem dreistelligen Millionenverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr beim Münchner Flughafen. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) sagte am Dienstag im Finanzausschuss des Landtags, dass der Airport im Jahr 2019 noch einen Überschuss von 178 Millionen Euro erzielt habe. «In 2020 wird es sicherlich auch dreistellig sein, aber nicht positiv», betonte er. Die Detailzahlen seien aber noch nicht bekannt, die Bilanz werde derzeit erstellt.

Füracker bezeichnete die Lage an den Flughäfen als «sehr dramatisch». In München sei 2019 mit 48 Millionen Passagieren ein Rekordjahr erreicht worden, im Folgejahr sei es noch nicht einmal ein Viertel davon gewesen. Die Frage, ob es nun im laufenden Jahr deutlich besser werde, könne noch nicht beantwortet werden.

Auch bei dem Nürnberger Flughafen rechnet Füracker mit einem Verlust im vergangenen Jahr. Um dessen finanzielle Probleme abzumildern, wollen der Freistaat und die Stadt Nürnberg nun nach seinen Angaben als Gesellschafter ihr Eigenkapital um jeweils 25 Millionen Euro aufstocken. Der Minister hofft zudem, dass der Nürnberger Flughafen eine weitere Millionensumme aus einem geplanten Beihilfeprogramm des Bundes für Airports erhält.

Der Münchner Flughafen sei bislang hingegen noch in der Lage, durch eigene Kreditaufnahme den Kapitalbedarf zu decken, erklärte Füracker. Er betonte, dass es sich grundsätzlich bei diesem Airport um ein gesundes Unternehmen handele. An den Flughafengesellschaften in München und Nürnberg ist der Freistaat mit etwa der Hälfte der Anteile vertreten.

Füracker stellte im Landtag den Bericht über die staatlichen Unternehmensbeteiligungen vor, der allerdings das Geschäftsjahr 2019 betraf. Er schilderte darüber hinaus die Pandemie-Auswirkungen für die Betriebe. Bayern war 2019 an insgesamt 66 Unternehmen beteiligt. Zu den Staatsbetrieben zählten neben den Flughäfen beispielsweise die Seenschifffahrtsgesellschaft, Banken, Forschungseinrichtungen, Betriebe der Energiebranche und das Hofbräuhaus in München.

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