«Vogelphilipp» bekommt so viele Anfragen wie noch nie

So viel Arbeit hatte der «Vogelphilipp» in den vergangenen sieben Jahren noch nie: Die Vogelstimmenhotline des Bundes Naturschutz (BN) hat mit rund 5000 Einsendungen in diesem Jahr einen neuen Rekord aufgestellt, wie der BN am Mittwoch in Nürnberg bekanntgab.

Bei der Aktion war es wieder möglich, Vogelgesang mit der Sprachfunktion von WhatsApp aufzuzeichnen und direkt an den BN zu schicken. Der Vogelstimmen-Experte Philipp Herrmann, der als «Vogelphilipp» bekannt ist, hörte sich die Aufzeichnungen an und antworte wiederum auf WhatsApp, um welchen Vogel es sich genau handelt.

Seit Beginn der Aktion vor sieben Jahren steige die Zahl der Teilnehmer jährlich an, sagte eine Sprecherin des BN. Während die Vogelstimmenhotline im April und Mai erreichbar ist, arbeite der BN-Experte mittlerweile fast ausschließlich die vielen Anfragen ab.

In diesem Jahr wurde am häufigsten der Gesang der Kohlmeise eingereicht, gefolgt von Buchfink, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke und Amsel. «Sehr kurios fand ich einen Drosselrohrsänger, der auf Durchzug in einem Garten pausierte und mit seiner harten, lauten Stimme das Interesse der Besitzerin weckte. Sowas bekommt man nicht häufig zu hören und hat mich sehr gefreut», erläuterte Philipp Herrmann.

Ebenfalls auffällig sei gewesen, dass mehr Nachtigall-Gesänge geschickt wurden als in den Jahren zuvor. Ab Mitte April singen demnach Nachtigall-Männchen überwiegend nachts und manchmal sogar rund um die Uhr, um Weibchen anzulocken. «Der Gesang hat wirklich Starpotenzial. Es sind sogar über zweihundert verschiedene Gezwitscher-Varianten bekannt», betonte Herrmann.