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Vogelzählung in Bayern: Spatz macht das Rennen

Hilpoltstein (dpa/lby) – Der Spatz ist nach Daten von Hobby-Forschern der häufigste Vogel in Bayerns Gärten. Mit im Schnitt knapp 4,4 Individuen pro Garten oder Balkon verwies er Amsel und Feldsperling auf die Plätze, wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Dienstag in Hilpoltstein mitteilte. Dennoch stagnierten die Spatzen-Bestände, vor allem in Stadtzentren nähmen sie ab. Insgesamt war der Spatz in 64 Prozent der untersuchten Gärten anzutreffen, die Amsel in 94 Prozent.

Der LBV berief sich auf Meldungen von rund 9000 Teilnehmern der Aktion «Stunde der Gartenvögel». Dabei hatten die Freiwilligen zwischen dem 10. und 13. Mai je eine Stunde lang an einem Ort die vorkommenden Vögel erfasst. Mit 32 Individuen pro Garten blieb die Zahl der insgesamt pro Garten gezählten Vögel konstant im Vergleich zum Vorjahr. Von der Aktion erhoffen sie Vogelschützer Hinweise auf Trends beim Vogel-Vorkommen.

Eine gute Entwicklung sieht der LBV bei den Rauchschwalben. «Mit mehr als 3600 Beobachtungen wurden uns dieses Jahr so viele Rauchschwalben wie noch nie gemeldet», sagte Martina Gehret, Citizen-Science-Beauftragte des LBV, laut einer Mitteilung. Ob sich dieser Trend aber fortsetze, sei abzuwarten.

Schlecht erging es seit vergangenem Jahr offenbar den Rotkehlchen. Es wurden laut LBV weit weniger Exemplare gezählt. «Das passt zum generellen Trend der besonders starken Abnahme insektenfressender Vogelarten und muss weiter beobachtet werden», sagte Gehret.