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Vorläufig keine Stellungnahmen zu Bahnunfall mehr

Aichach (dpa/lby) – Nach dem schweren Bahnunglück im schwäbischen Aichach mit zwei Toten und 14 Verletzten will die Staatsanwaltschaft Augsburg vorläufig keine Informationen zum Stand der Untersuchung bekanntgeben. Erst nach Abschluss der Ermittlungen werden es wieder eine Mitteilung geben, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai am Freitag. Nur wenn der Gutachter zu dem Ergebnis komme, dass doch ein technisches Problem vorgelegen habe, sei früher mit einer Stellungnahme zu rechnen. Bislang wird von menschlichem Versagen ausgegangen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24 Jahre alten Fahrdienstleiter fahrlässige Tötung und andere Straftaten vor. Es wurde ein entsprechender Haftbefehl erlassen, der jedoch außer Vollzug gesetzt wurde, so dass der Mitarbeiter der Deutschen Bahn derzeit nicht ins Gefängnis muss. Am Montagabend war wenige Hundert Meter vom Aichacher Bahnhof entfernt eine Regionalbahn auf einen stehenden Güterzug geprallt. Der 37 Jahre alte Lokführer des Personenzuges und eine 73 Jahre alte Passagierin starben. Was der Fahrdienstleiter falsch gemacht haben soll, ist bislang völlig unklar.

Der Fahrgastverband Pro Bahn geht davon aus, dass mit modernen Signalanlagen im Stellwerk der tödliche Unfall möglicherweise verhindert worden wäre. In Aichach gibt es noch ein klassisches mechanisches Hebelstellwerk. Auch Bayerns Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte von der Bahn mehr Sicherheit auf allen Strecken.

Unterdessen ist an diesem Samstagvormittag eine ökumenische Trauerfeier für die Opfer geplant.