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Wasser läuft in Münchner S-Bahntunnel

München (dpa/lby) – In den Tunnel der Münchner S-Bahn unter dem Stadtzentrum ist am Donnerstag Wasser eingelaufen. Für eine knappe Stunde fuhren deswegen am Nachmittag in der Innenstadt keine Züge beziehungsweise endeten vorzeitig, wie ein Bahnsprecher sagte. Das Wasser sei von einer Baustelle oberhalb des unterirdischen Bahnhofs Karlsplatz (Stachus) eingedrungen. Wie viel Wasser in den Tunnel gelaufen war und ob es abgepumpt wurde, konnte die Bahn nicht sagen.

Anfang August war schon einmal Wasser in den Tunnel – damals in der Nähe des Hauptbahnhofs – gelaufen. Die Gleise waren auf einer Länge von 150 Metern geflutet. Das Wasser stand rund 50 Zentimeter hoch. Der Tunnel war für viele Stunden komplett gesperrt. S-Bahnen fielen aus, wurden umgeleitet oder endeten vorzeitig. Hunderttausende Pendler und Touristen waren betroffen.

Immer wieder kommt es auf der sogenannten S-Bahn-Stammstrecke zu Störungen mit Zugausfällen und Sperrungen. Die Stammstrecke verläuft weitgehend unterirdisch durch die Münchner Innenstadt. Täglich fahren dort rund 1000 Züge. Der Bahn zufolge gibt es nirgendwo in Europa mehr Verkehr auf zwei Gleisen. Rund 840 000 Menschen nutzen werktags die S-Bahn. Zur Entlastung des für Störungen anfälligen Netzes wird in der Landeshauptstadt eine zweite Stammstrecke gebaut. Sie soll 2028, zwei Jahre später als geplant, in Betrieb gehen und überwiegend durch einen neuen Tunnel verlaufen.