Ein Transplantationsmediziner hält das Herz eines Verstorbenen in den Händen, kurz nachdem es entnommen wurde., © Bernd Wüstneck/ZB/dpa/Symbolbild

Organspenden in Bayern gehen zurück: Kampagne soll aufklären

Die Zahl der Organspenden in Bayern ist im laufenden Jahr leicht zurückgegangen. Wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurden im Freistaat von Januar bis einschließlich April 40 Menschen Organe entnommen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 110 Organe gespendet, 21 weniger als im Jahr 2020.

Im Freistaat gibt es laut Gesundheitsministerium, das sich auf Zahlen der Stiftung Eurotrans stützt, seit Jahren einen Negativtrend bei der Anzahl der Transplantationen. So wurden im Jahr 2021 464 Transplantationen vorgenommen – drei Jahre vorher waren es noch 595.

Zugleich sank aber auch die Zahl derer, die auf eine Transplantation warten müssen. «Aktuell warten in Bayern noch rund 1100 Menschen auf ein lebenswichtiges Spenderorgan», sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) anlässlich des «Tags der Organspende» an diesem Samstag. 2017 waren es noch 1473. Deshalb sei es wichtig, dass sich noch mehr Menschen für einen Organspende-Ausweis entscheiden.

Damit sich mehr Menschen mit der Organspende auseinandersetzen, startete Holetschek nach Angaben des Ministeriums am Freitag die Kampagne «Du Entscheidest! Organspende? Deine Wahl» in den sozialen Medien. «Mein Ziel ist es, dass sich mehr Menschen mit der Organspende auseinandersetzen. Unsere neue Kampagne soll auf dieses wichtige und hoch emotionale Thema aufmerksam machen», sagte Holetschek. Mit Influencern wie Marti Fischer, Tomatolix, Lisa Sophie Laurent und Senioren Zocken sowie Markus Kavka sollten ganz unterschiedliche Zielgruppen zum Nachdenken angeregt werden – «und dann idealerweise auch zum Ausfüllen eines Organspende-Ausweises».

«Die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung steht der Organ- und Gewebespende grundsätzlich positiv gegenüber – das ist ein wichtiges und positives Signal», sagte Holetschek weiter. Aber nur weniger als die Hälfte der Menschen in Deutschland, rund 44 Prozent, hätten auch einen Organspende-Ausweis oder eine Patientenverfügung, die sich mit der Organ- und Gewebespende befasse.