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Zukunftsmuseum: Nürnberger Unternehmer weist Vorwürfe zurück

München (dpa/lby) – Der Vermieter des neuen Zukunftsmuseums in Nürnberg hat Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Projekt klar zurückgewiesen. Die Landtagsopposition hatte Aufklärung zum hohen Mietpreis für die Zweigstelle des Deutschen Museums und auch zu einer spätere Parteispende des Nürnberger Unternehmers Gerd Schmelzer an die CSU verlangt. Aus Schmelzers Sicht ist weder der Mietpreis zu hoch noch gibt es für ihn einen Zusammenhang zwischen Bauprojekten und seinen Spenden.

Auf die Frage, ob er ein Mietwucherer sei, sagte Schmelzer den «Nürnberger Nachrichten» (Freitag): «Nein, natürlich nicht.» Zu Beginn der Verhandlungen mit dem Deutschen Museum sei ein Mietpreis von 30 Euro pro Quadratmeter im Gespräch gewesen – nicht 25 Euro, wie fälschlicherweise behauptet worden sei. «Das wäre der Preis ohne Mehrwertsteuer gewesen.»

Allerdings sei es damals lediglich um zwei Stockwerke gegangen, mit denen das Museum geplant hatte. «Ich habe dann zu den Museumsleuten gesagt: «Wollt ihr das wirklich? Im Stockwerk über euch hängen die Mieter eventuell ihre Wäsche aus dem Fenster.» Das wäre allenfalls ein Appendix von einem Museum geworden (…).»

Deshalb habe man über eine Umplanung des Gebäudes gesprochen. «Am Ende kamen wegen der geplanten Exponate höhere Räume heraus, wir mussten zudem an die Geschosszahl rangehen – eineinhalb Geschosse waren es am Ende weniger. Das sind Flächen, die ansonsten vermietet hätten werden können. Das war eine aufwendige Umplanung, die vermietbare Quadratmeterzahl des Gebäudes ist gesunken.»

Der Mietpreis sei dann auf 38 Euro gestiegen. «Absolut marktüblich in der Lage. Ich kenne Objekte in der Nachbarschaft des Augustinerhofes, in denen die 40-Euro-Grenze pro Quadratmeter überschritten wird», sagte der Unternehmer.

Auch die Aufregung, dass es sich um einen 25-Jahres-Mietvertrag handelt, kann Schmelzer nicht nachvollziehen. «Das ist absolut üblich für solche Vorhaben», sagte er. «Erstens will doch ein neues Museum nach zehn Jahren nicht gleich umziehen, zweitens muss sich der Vermieter absichern – mit dem Zuschnitt der Räume finden Sie keinen Nachmieter. Denn der ist maßgeschneidert für die Bedürfnisse des Zukunftsmuseums.»

Kritik an einer Parteispende an die CSU wies Schmelzer entschieden zurück – auch den damaligen Finanzminister und heutigen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) hat die Opposition deshalb ins Visier genommen. Schmelzer sagte dazu: «Ich habe nichts Unlauteres getan. Wenn da eine Kausalität zwischen Markus Söder und dem Museum hergestellt wird, ist das böswillig.» Er fügte hinzu: «Ich spende immer mal wieder, das hat doch null Zusammenhang mit irgendwelchen Bauprojekten.»

Das Nürnberger Zukunftsmuseum als Zweigstelle des Deutschen Museums in München soll nach Verzögerungen unter anderem wegen Corona nun in diesem Jahr eröffnet werden. Das Gebäude wird vom Freistaat angemietet. Es liegt mitten in der Nürnberger Innenstadt. Die hohen Mietkosten hatten 2017 schon einmal für Ärger im Landtag gesorgt – zuletzt flammte der Streit neu auf.

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