Am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Doch von echter Teilhabe sind viele Menschen mit Behinderung in Deutschland noch weit entfernt.

Am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Doch von echter Teilhabe sind viele Menschen mit Behinderung in Deutschland noch weit entfernt.
Teilhabe ist ein Menschenrecht. Aber im Alltag erleben viele Menschen mit Behinderung etwas anderes. Eine aktuelle Studie der Aktion Mensch zeigt: Nur jede vierte befragte Person bekommt derzeit genau die Unterstützung, die sie individuell benötigt. Besonders auffällig ist der Blick auf das sogenannte Teilhabeplanverfahren – also auf ein Instrument, mit dem die Auswahl notwendiger Hilfen – etwa beim Wohnen oder im Job – gemeinsam geplant wird. Christina Marx von der Aktion Mensch macht deutlich: “Es gibt zwar viele Unterstützungsmöglichkeiten zur Teilhabe – doch die sind oft gar nicht bekannt. Zudem müssen Informationen verständlich aufbereitet und Leistungen unbürokratisch zugänglich sein, nur dann können Menschen mit Behinderung ihre Rechte wirksam einfordern.”
Genau da liegt das Problem: Nur jede achte befragte Person hat bislang überhaupt an einer solchen Teilhabe-Planung teilgenommen. Der häufigste Grund: Viele wissen nicht, dass sie darauf ein Recht haben – und kennen auch die Beratungsangebote nicht, die dabei unterstützen könnten. Und selbst wenn Unterstützungsleistungen beantragt werden, ist der Weg dorthin oft beschwerlich. Die Aktion Mensch warnt deshalb davor, notwendige Leistungen als Luxus oder Kostenfrage zu behandeln. Christina Marx ergänzt: “Erst wenn Teilhabe im Alltag für alle Menschen verlässlich gewährleistet ist, wird das Versprechen der UN-Behindertenrechtskonvention eingelöst. Menschenrechte sind nicht verhandelbar.”
Vom 2. bis zum 10. Mai finden anlässlich des Europäischen Protesttags bundesweit rund 500 Aktionen und Veranstaltungen statt.
finden Sie unter www.aktion-mensch.de