Arbeitsplätze

Anhaltender Stellenabbau in der Metall- und Elektroindustrie

03. September 2026 , 15:47 Uhr

Die Rüstungsindustrie floriert, doch viele Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind seit Jahren in schwieriger Lage. Die Firmen bauen quasi kontinuierlich Jobs ab.

Bayerns Metall- und Elektroindustrie hat in der ersten Jahreshälfte nach Angaben der Branche 11.000 Arbeitsplätze abgebaut. Ende Juni arbeiteten noch 836.000 Menschen in Bayerns wichtigstem Industriezweig, wie die Arbeitgeberverbände bayme und vbm mitteilten. 

Seit Anfang 2024 hat die unter Umsatz- und Auftragsrückgängen leidende M+E-Branche demnach gut 35.000 Stellen gestrichen. In den kommenden Monaten ist nach Angaben der zwei Verbände mit einer Fortsetzung des Trends zu rechnen. Besonders negativ sind die Aussichten demnach im Automobilsektor und bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen. Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognosen für dieses und das nächste Jahr kräftig erhöht. Laut Münchner Ifo-Institut könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,4 Prozent wachsen, das wäre so hoch wie seit 2022 nicht mehr. 

Unternehmen hoffen auf moderaten Tarifabschluss 

In diesem Monat beginnen die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Die zwei Arbeitgeberverbände verbanden ihre Mitteilung mit dem Ruf nach einem moderaten Abschluss und einem Appell an die IG Metall: «Gemeinsames Ziel muss es sein, die wohlstandsvernichtende Deindustrialisierung zu stoppen und den Grundstein für eine nachhaltige und dauerhafte Reindustrialisierung zu legen», betonte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. 

Produktion sinkt 

Viele Unternehmen der Branche sind seit Jahren in der Krise. Laut bayme und vbm sank die M+E-Produktion in Bayern im zweiten Quartal ein weiteres Mal, und war demnach um 3,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Allerdings hatte sich laut Ifo-Geschäftsklimaindex die Stimmung in der deutschen Industrie nach dem Ende des ersten Halbjahres im Juli und August bereits verbessert.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

17.09.2026 Volksbanken: Mittelstand und Bürger investieren wenig Wirtschaftsforschungsinstitute verbreiten erstmals seit Jahren wieder Konjunkturoptimismus. Im ersten Halbjahr war in den Zahlen der Volksbanken von einem Aufschwung wenig zu sehen. 15.09.2026 Bayerns Industrieproduktion schrumpft Die jüngsten Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft sind vergleichsweise optimistisch. Doch in der bayerischen Industrieproduktion war bis zum Juli noch nichts von einer Trendwende zu spüren. 09.09.2026 28 junge Habichtskäuze ausgewildert In den Wäldern der Oberpfalz und Oberfrankens fühlt sich der Habichtskauz wohl. Jedenfalls breiten sich die putzigen Eulenvögel dort stetig aus. 01.09.2026 Koalition will freiwilliges «Bayernjahr» rasch umsetzen Was tun nach dem Schulabschluss? CSU und Freie Wähler wollen junge Menschen in ein «Bayernjahr» locken. Was dahintersteckt und wann es losgehen soll.