Nahost

Berichte: Fortschritte bei Gesprächen über Hamas-Entwaffnung

30. Juli 2026 , 18:00 Uhr

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen.

Bei Gesprächen in Kairo über eine Entwaffnung der palästinensischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen soll es Fortschritte gegeben haben. Dies bestätigten auch Hamas-Kreise. Bei intensiven Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt sei weitgehende Einigkeit über einen 15-Punkte-Fahrplan erzielt worden, hieß es. Auch israelische Medien berichteten zunächst über entsprechende Fortschritte. Ein israelischer Regierungsvertreter versetzte den Erwartungen jedoch einen Dämpfer. 

Waffen unter Aufsicht von Übergangsverwaltung stellen

Die Vermittler seien noch in Kontakt mit Israel, um letzte Details zu klären, hieß es aus Hamas-Kreisen. Die Hamas ist demnach bereit, ihre Waffen unter die Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung sowie der internationalen Vermittler zu stellen. Eine Übergabe an Israel sei nicht vorgesehen. Im Gegenzug müsse Israel seine Truppen komplett aus dem Gazastreifen abziehen und gezielte Tötungen in dem Palästinensergebiet stoppen. 

Vorgesehen sei auch, dass die palästinensische Übergangsverwaltung «volle Verantwortung» für die Rechte von Angestellten im Gazastreifen übernehme, die zuvor Teil der Hamas-Verwaltung waren. 

Ein israelischer Regierungsvertreter teilte mit, Israel fordere eine vollständige Entwaffnung der Hamas, «einschließlich des Abtransports sämtlicher Waffen aus dem Gazastreifen und einer vollständigen Entmilitarisierung des Küstengebiets als Voraussetzung für jeden weiteren politischen Prozess». 

Der diskutierte 15-Punkte-Plan erfülle diese Forderungen nach israelischer Auffassung nicht ausreichend, hieß es. Es werde bis zur vollständigen Entwaffnung der Hamas und Entmilitarisierung des Gazastreifens keinen Abzug der israelischen Armee von der sogenannten «gelben Linie» geben. 

Zentraler Punkt in Trumps Friedensplan

Die im Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der Hamas war bislang nicht umgesetzt worden. Die Organisation hatte eine Abgabe ihrer Waffen bisher abgelehnt.

Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg eine Waffenruhe, es kommt aber immer wieder zu tödlichen Angriffen oder Konfrontationen. Im Zuge des von Trump vermittelten Plans wurde zu Jahresbeginn das international besetzte «Board of Peace» ins Leben gerufen, das den Wiederaufbau von Gaza und die Nachkriegsordnung überwachen soll. 

Israel kontrolliert weiterhin mehr als die Hälfte des abgeriegelten, durch den Krieg verwüsteten Küstengebiets. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe aber, ihre Herrschaft in dem von ihr weiterhin kontrollierten Gebiet wieder zu festigen.

Quelle: dpa

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