Iran

Co-Autor von Oscar-nominierten Film im Iran festgenommen

02. Februar 2026 , 16:55 Uhr

«Ein einfacher Unfall» des iranischen Regisseurs Jafar Panahi geht dieses Jahr für einen Oscar ins Rennen. Nun wurde ein Co-Autor des Films im Iran festgenommen.

Im Iran ist ein Co-Autor des oscarnominierten Politthrillers «Ein einfacher Unfall» festgenommen worden. Wie das iranische Onlineportal Emtedad berichtete, habe Mehdi Mahmoudian nach seiner Inhaftierung inzwischen Kontakt zu seiner Familie aufnehmen können. 

Die Vorwürfe gegen ihn seien bislang unbekannt, hieß es unter Berufung auf seinen Anwalt. Als möglicher Grund für die Festnahme gilt ein Schreiben, das Mahmoudian gemeinsam mit weiteren Persönlichkeiten unterzeichnet hatte und in dem die blutigen Repressionen im Iran Anfang Januar verurteilt wurden.

Weimer: Autoritäre Regime fürchten kulturelle Öffentlichkeit

Die Bundesregierung verurteilte die Festnahme als Angriff auf die künstlerische Freiheit. «Die Festnahme von Mehdi Mahmoudian ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Systems, das kritische Stimmen gezielt zum Schweigen bringen will», kritisierte der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer (parteilos) in einer Mitteilung. «Wer Autorinnen und Autoren einsperrt, bekämpft nicht die Kunst, sondern die Freiheit.» Autoritäre Regime fürchteten kulturelle Öffentlichkeit, weil sie Wirklichkeit sichtbar mache: «Genau deshalb reagieren sie auf internationale Aufmerksamkeit mit Repression. Diese Logik dürfen wir nicht hinnehmen.»

Weimer hob die Rolle unabhängiger Medien hervor, vor allem der Deutschen Welle, die trotz erheblicher Zensur- und Einschüchterungsversuche weiter umfassend über die Lage im Iran berichte. Das persischsprachige Angebot der Deutschen Welle ermögliche Millionen Menschen Zugang zu unabhängigen Informationen, kulturellen Debatten und internationaler Öffentlichkeit.

Wirtschaftskrise und hohe Inflation lösten Proteste aus

Eine dramatische Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten Ende Dezember Proteste im Iran ausgelöst. In den Metropolen kam es am 8. und 9. Januar dann zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden. Dabei sollen Tausende Menschen getötet worden sein.

Auch der iranische Regisseur des Film «Ein einfacher Unfall», Jafar Panahi (65), hatte zum Auftakt des Europäischen Filmpreises Mitte Januar in Berlin mit einem dramatischen Appell an die Lage in seinem Heimatland erinnert. «Wenn Gewalt unbeantwortet bleibt, wird sie normalisiert», sagte Panahi unter anderem. Und wenn sie normalisiert werde, breite sie sich aus und werde ansteckend.

Panahi gewann mit seinem jüngsten Film «Ein einfacher Unfall» die Goldene Palme in Cannes und geht damit bei den Oscars in der Sparte für den Besten Internationalen Film für Frankreich ins Rennen. Er setzt sich darin mit Erlebnissen im Gefängnis und der Gewalt des iranischen Regimes auseinander. Während der Regisseur im Ausland weilte, verhängte ein Revolutionsgericht in Teheran in Abwesenheit gegen ihn eine Haftstrafe.

Quelle: dpa

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