Neuer Eishockey-Bundestrainer

Vertrag bis 2030: Rankels WM-Versprechen am Geburtstag

27. August 2026 , 16:40 Uhr

Nicht nur die Personalie ist überraschend. Auch die Vertragsdauer des neuen Eishockey-Bundestrainers sorgt bei der Präsentation für Erstaunen. André Rankel selbst brennt darauf, loszulegen.

Ein Geburtstagsständchen gab es für André Rankel bei seiner überraschenden Präsentation als Eishockey-Bundestrainer nicht. Aber nach den ersten Glückwünschen durch seine Frau nach dem Aufstehen am frühen Morgen um 5.30 Uhr in Berlin fühlte sich der erfolgreiche Ex-Nationalspieler auch so reichlich «beschenkt», wie er im Münchner SAP-Garden sagte. 

«Geburtstag, den hatte ich jetzt schon 41 Mal. Der Tag heute ist noch ein Tick besonderer für mich. Ich bin unheimlich stolz. Es fühlt sich gut an, es fühlt sich richtig an. Ich freue mich mega darauf, loszulegen. Ich habe Bock drauf», sagte der bisherige Co-Trainer des deutschen Meisters Eisbären Berlin. 

«Wenn ich etwas mache, bin ich All in» 

Es ist sein erster Chefposten. Er verspricht maximalen Einsatz und «harte Arbeit», um das deutsche Eishockey wieder auf Erfolgskurs zu führen. «Wenn ich etwas mache, dann bin ich All in.» 

Erst Sekunden, bevor die Verbandsspitze mit Rankel den Presseraum betrat, stellte eine DEB-Mitarbeiterin auch das Namensschild des neuen Chefcoaches auf dem Podium auf. Obwohl das Geheimnis um Rankel schon tags zuvor durchgesickert war. Kein großer, bekannter Name tritt die Nachfolge von Harold Kreis (67) an. Sondern einer, der neben Chancen auch Risiken birgt. Und wohl nicht zu teuer war. 

Der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz und Sportvorstand Christian Künast waren wortreich darum bemüht, Rankel maximales Vertrauen auszusprechen. Vom «idealen Bundestrainer» sprach Lutz. «Wir stellen uns schon eine langfristige Entwicklung vor.» Das belegt die lange Vertragslaufzeit bis 2030. 

«André war der Beste», sagte Künast über den Mann, der auf dem Podium zwischen seinen neuen Chefs saß und aufmerksam zuhörte. Über eine zweistellige «Long List» und eine einstellige «Short List» habe sich Rankel letztendlich vor einem vierköpfigen Gremium mit den aktuellen DEL-Managern Stefan Ustorf (Nürnberg) und Charly Fliegauf (Wolfsburg) sowie DEB-Berater Peter John Lee un ihm selbst in den Bewerbungsgesprächen als Lösung herauskristallisiert. 

«André ist danach aus dem Raum gegangen und uns war bewusst: Jetzt hat der neue Bundestrainer den Raum verlassen», schwärmte Künast vom Bild, das Rankel abgab. «Für mich ist André kein Rookie als Trainer.» Seine Eignung zum Chef muss aber der 41-Jährige nun im höchsten Eishockey-Amt nachweisen. 

 

 

Von Kreis hatte sich der DEB nach der verkorksten vergangenen WM im Mai in der Schweiz getrennt. Er hatte zweimal nacheinander das Viertelfinale verpasst. Jetzt soll Rankel für eine erfolgreiche Heim-Weltmeisterschaft 2027 sorgen.

Kennenlern-Trip zu den NHL-Stars

Ein Minimal- oder Maximalziel nannte dieser nicht explizit. «Was ich den Fans versprechen kann, ist, dass wir als Team auftreten werden. Dass wir mit Glaube, Wille, Stolz und Leidenschaft da rangehen wollen», sagte Rankel. Zeitnah will er seine Assistenten bestimmen. Und ebenso die Nationalspieler kennenlernen, in der DEL, aber auch der NHL. Eine Amerika-Reise zu Topstars wie Leon Draisaitl, Tim Stützle oder Moritz Seider ist fix eingeplant. Sein Lebensmittelpunkt mit der Familie werde Berlin bleiben. Aber auch in München werde er häufig sein.

Als Ex-Profi hat er Titelerfahrung. Mit den Eisbären wurde er siebenmal Meister. Im Nationaltrikot absolvierte er sieben Weltmeisterschaften und war auch bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver dabei. 

Wiederholt sich beim DEB Geschichte? 2015 wurde Marco Sturm, der aktuelle NHL-Trainer der Boston Bruins, überraschend zum Bundestrainer ernannt. Der ehemalige NHL-Star führte die DEB-Auswahl 2018 sensationell zur olympischen Silbermedaille. Rankel wird beim Deutschland Cup vom 5. bis 8. November in Düsseldorf erstmals als Bundestrainer ins öffentliche Rampenlicht treten.

Quelle: dpa

 

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