Gedenkstätte

Ehemaliger «Kräutergarten» wird Teil von KZ-Gedenkstätte

12. Mai 2026 , 13:55 Uhr

Die Nationalsozialisten haben im KZ Dachau Pflanzen gezüchtet – und dabei Menschen geschunden. Der berüchtigte Kräutergarten soll nun Teil der Gedenkstätte werden.

Der berüchtigte «Kräutergarten» des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau soll Teil der KZ-Gedenkstätte und somit Besuchern zugänglich gemacht werden. Das hat das bayerische Kabinett beschlossen. Diese und weitere Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Kampf gegen Antisemitismus und jede Form von Extremismus zu stärken. 

Unmenschliche Bedingungen

Auf dem verharmlosend «Kräutergarten» genannten Gelände betrieb die SS eine Versuchsgüteranstalt, in der KZ-Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen worden waren. Unter den Häftlingen war der Ort besonders gefürchtet und unter dem Namen «Plantage» bekannt. Die Umstände wurden unter anderem durch einen Dokumentarfilm bekannt, der sich mit dem Schicksal des KZ-Häftlings und Priesters Korbinian Aigner beschäftigt. 

Besucherrundweg

Der Freistaat übernimmt laut Kabinettsbeschluss die Kosten für die notwendige Altlastensanierung sowie erste Maßnahmen zur erinnerungskulturellen Erschließung. Geplant seien unter anderem ein Besucherrundweg und Informationsangebote am historischen Ort.

«Seit vielen Jahren setzen wir uns kontinuierlich dafür ein, dass der historisch belastete Ort Kräutergarten mit seinen eindrücklichen Relikten angemessen erschlossen und in die pädagogische Arbeit der KZ-Gedenkstätte Dachau einbezogen wird», sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. «Nun gibt es eine klare Perspektive für die weitere Umsetzung.»

Auch im ehemaligen KZ Flossenbürg soll es Neuerungen geben: Das ehemalige Verwaltungs- und Gefolgschaftsgebäude im Bereich des historischen Steinbruchs werde weiterentwickelt und dauerhaft als Lern- und Erinnerungsort gesichert. 

Darüber hinaus werde die Überführung von Teilen des ehemaligen KZ-Außenlagers Kaufering VII in die Stiftung Bayerische Gedenkstätten vorbereitet. Die erhaltenen historischen Relikte sollen dauerhaft gesichert werden. Schrittweise soll so ein professioneller Lern- und Gedenkort weiterentwickelt werden.

Quelle: dpa

 

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