Justiz

Ehepaar Maduro plädiert bei Folter-Anklage auf unschuldig

15. Oktober 2026 , 20:49 Uhr

Das venezolanische Präsidentenpaar wurde Anfang des Jahres in einer umstrittenen Aktion gefangen genommen, in die USA gebracht und angeklagt, auch wegen Folter. Das weisen die beiden nun zurück.

Der vom US-Militär gefangen genommene langjährige Staatschef von Venezuela, Nicolás Maduro, und seine Ehefrau haben Foltervorwürfe der US-Justiz vor Gericht zurückgewiesen. Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores plädierten vor Richter Alvin Hellerstein auf «nicht schuldig», wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Es handele sich um «falsche Anschuldigungen», sagte Maduro. Flores sagte: «Ich bin komplett unschuldig. Ich bin nicht schuldig.»

Maduro hatte sein Land an der Spitze einer sozialistischen Regierung von 2013 bis 2026 autoritär geführt. Im Januar waren er und seine Ehefrau in der venezolanischen Hauptstadt Caracas in einer umstrittenen Aktion von US-Spezialkräften gefangen genommen worden. Seitdem sitzen sie in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Von Kritikern wurde das Vorgehen als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet. 

Anklage: Erst Drogentourismus, dann auch Verschwörung zur Folter

Die USA hatten Maduro und seine Ehefrau zunächst unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Auch diesen Vorwurf hatte das Ehepaar zurückgewiesen. Vor rund einer Woche kam dann zusätzlich noch der Vorwurf der Verschwörung zur Folter hinzu. Er bezieht sich auf die unrechtmäßige Inhaftierung und Folter von mehr als einem Dutzend US-Bürger in venezolanischen Gefängnissen während Maduros Amtszeit. Der Prozess gegen die Maduros soll am 1. Juni 2027 beginnen. 

In Venezuela übernahm nach der Festnahme von Maduro die frühere Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin die Führung des Landes. In der Folge weiteten Caracas und Washington ihre Zusammenarbeit aus, insbesondere im Ölsektor. Die Wirtschaft des einst wohlhabenden Landes mit den größten nachgewiesenen Erdölvorkommen der Welt leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen.

Quelle: dpa

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