Das Erzbistum Bamberg hat neue Erkenntnisse zu einem historischen Missbrauchsfall veröffentlicht. Es geht um einen im Jahr 2000 verstorbenen Priester, der von 1970 bis 1976 Direktor eines Bamberger Internats war. Nach Angaben des Erzbistums waren kirchlichen Stellen schon damals Missbrauchsvorwürfe bekannt. Der Priester wurde 1976 aber nicht angezeigt, sondern nach Namibia versetzt. Später kam er als Seelsorger für die deutschsprachige Gemeinde nach Mailand. Aus den Akten sind die Namen von fünf betroffenen Schülern bekannt. Staatliche Behörden wurden damals offenbar nicht eingeschaltet. Erzbischof Herwig Gössl spricht von einem institutionellen Versagen und betont, dem Schutz von Kindern und Jugendlichen sei damals nicht ausreichend Rechnung getragen worden. Die unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung läuft noch. Ergebnisse sollen im Frühjahr 2027 vorgestellt werden.