Allersberg in Bayern

Fränkische Gemeinde tauft nach SA-Mann benannte Straße um

21. Juli 2026 , 11:30 Uhr

Erst 2021 hatte das bayerische Allersberg eine Straße nach einem Ex-Bürgermeister benannt, der auch in der Sturmabteilung (SA) der Nationalsozialisten aktiv war. Jetzt rudert der Gemeinderat zurück.

Der Gemeinderat der fränkischen Marktgemeinde Allersberg (Landkreis Roth) hat die Umbenennung ihrer Wilhelm-Burkhardt-Straße beschlossen. Der Namensgeber war Mitglied in der SA (Sturmabteilung), einer bewaffneten Schlägertruppe der Hitler-Partei NSDAP.

Die Straße war erst 2021 nach Burkhardt benannt worden, der nach dem Krieg für kurze Zeit Bürgermeister von Allersberg war – ein bundesweit einmaliger Fall, wie der Antisemtisbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, schon vor zwei Jahren betont hatte.

AfD und Freie Wähler gegen Umbenennung

Die Umbenennung war von dem aus 21 Mitgliedern bestehenden Marktgemeinderat mehrheitlich beschlossen worden. Vier Mitglieder – darunter eine Gemeinderätin der AfD und zwei von den Freien Wählern – stimmten nach stundenlanger Debatte bis weit in die Nacht zum Dienstag gegen die Umbenennung der Straße. 

Der Streit um den Straßennamen währt bereits seit Jahren. Eine Bürgerinitiative in der 9.000-Einwohner-Gemeinde hatte die Rücknahme der Namensgebung gefordert. Der Gemeinderat hatte dies jedoch zunächst – mit der ausschlaggebenden Stimme von Bürgermeister Daniel Horndasch (parteilos) – abgelehnt. Zuletzt hatte auch die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg – ein Zusammenschluss ganzer Kommunen im Kampf gegen Rechts, dem auch Allersberg angehört – die Umbenennung gefordert. 

«Wir haben die Benennung der Straße nach einem ehemaligen SA-Mitglied bereits seit Bekanntwerden der Entscheidung im Jahr 2021 wiederholt kritisch bewertet und eine Umbenennung gefordert», betonte der Vorsitzende der Allianz, Stephan Doll. «Die inzwischen vorliegenden weiteren historischen Erkenntnisse sowie die laufende wissenschaftliche Aufarbeitung unterstreichen aus unserer Sicht, dass die damalige Entscheidung heute neu bewertet werden sollte.»

Quelle: dpa

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