Arbeit für Ausländer

Grüne: Zugang für Ausländer zu Arbeitsmarkt gleicht Lotterie

18. Mai 2026 , 13:15 Uhr

Wer in Bayern als Ausländer arbeiten will, hat wohl nicht überall die gleichen Chancen. Das ist nur zum Teil mit dem Arbeitsmarkt zu erklären, befindet ein Gutachten im Auftrag der Landtags-Grünen.

Die Grünen im bayerischen Landtag bemängeln massive regionale Unterschiede innerhalb des Freistaats beim Zugang zu Arbeitsplätzen für Ausländer. Die Ablehnungsquoten der Ausländerbehörden der Kommunen seien höchst unterschiedlich – was nicht alleine mit Unterschieden auf dem Arbeitsmarkt zu erklären sei, teilten den Grünen in München mit. Die Landtagsfraktion hatte ein entsprechendes Gutachten bei der Universität Konstanz in Auftrag gegeben. 

Bayern auf Platz drei unter Bundesländern

Bayern weist demnach im bundesweiten Vergleich mit 13,5 Prozent in den Jahren 2018 bis 2024 eine insgesamt vergleichsweise niedrige Ablehnungsquote auf – und liegt nur knapp hinter Sachsen und Thüringen auf Platz drei der Bundesländer. Allerdings geht die Schere innerhalb des Freistaats weit auseinander. So lag beispielsweise die durchschnittliche Ablehnungsquote im Landkreis Dingolfing-Landau bei 24,9 Prozent am höchsten, im Landkreis Ebersberg nahe München mit 7,9 Prozent am niedrigsten.

«Mitten im Fachkräftemangel können wir es uns nicht leisten, arbeitswillige Menschen in einer Behörden-Lotterie festzuhalten», sagte die Grünen-Landesvorsitzende und Arbeitsexpertin im Landtag, Eva Lettenbauer. «Wenn in einem Landkreis deutlich häufiger abgelehnt wird als im Nachbarkreis, obwohl die Wirtschaft ähnlich dringend Personal sucht, dann läuft strukturell etwas schief.» 

Arbeit bedeutet Teilhabe

Gülseren Demirel, Fraktionssprecherin für Integration betonte: «Wer arbeiten kann und arbeiten will, sollte in Bayern die Chance dazu bekommen.» Arbeit sei der schnellste Weg in echte Teilhabe. «Wenn diese Menschen aber an bürokratischen Hürden scheitern, dann blockiert das einen der wichtigsten Hebel zur Integration.» Die Regeln müssten vereinheitlicht und ihre Anwendung vom Innenministerium kontrolliert werden, forderte sie.

Nach Angaben von Constantin Wohlfarth, Mitautor der Studie, lassen sich die Unterschiede nur zu einem Drittel durch wirtschaftliche Ungleichheiten in den jeweiligen Regionen erklären. Man müsse davon ausgehen, dass auch ineffiziente Entscheidungsprozesse und teilweise diskriminierendes Verhalten eine Rolle spielten.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

11.05.2026 Zahl der Beschäftigten in der Pflege wächst weiter Wer in der Pflege arbeitet, hat auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten meistens einen sicheren Job. 30.04.2026 Zahl der Arbeitslosen in Bayern geht nur leicht zurück Normalerweise sinkt die Arbeitslosigkeit um diese Jahreszeit deutlich. So gering wie in diesem Jahr war der Rückgang jedoch lange nicht mehr. 22.04.2026 Traditionelle Geschlechterrollen prägen Bayerns Arbeitsmarkt Viele Jobs sind entweder von Frauen oder von Männern dominiert. Auch bei den Führungskräften gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wie die Lage ist - und was die Gründe dafür. 18.05.2026 Wegen Newcastle-Krankheit: Betrieb tötet 77.000 Vögel Erneut bricht die hoch ansteckende Newcastle-Krankheit im Landkreis Mühldorf am Inn aus. Dieses Mal sind drei Stallungen eines Masthähnchenbetriebs betroffen.