Frauen auf Straße gefilmt

Heimliches Filmen: Pariser Justiz ermittelt zu Smart Glasses

23. September 2026 , 12:40 Uhr

In der Öffentlichkeit werden heimlich Frauen per Smart Glasses gefilmt, die Videos landen im Netz. Die Pariser Justiz ermittelt nun. Den Tätern drohen hohe Strafen.

Weil Frauen auf der Straße heimlich mit sogenannten Smart Glasses gefilmt und die Videos online gestellt wurden, hat die Pariser Staatsanwaltschaft Vorermittlungen eingeleitet. Den Tätern drohen zwei Jahre Haft und 45.000 Euro Geldstrafe, wie die Justizbehörde mitteilte. Zuvor hatten mehrere Frauen Anzeige wegen Verletzung der Privatsphäre erstattet.

Bericht: Frauen für Videos gezielt provoziert

Die Staatsanwaltschaft spricht von einer steigenden Tendenz, Frauen in der Öffentlichkeit ohne deren Einwilligung mit Datenbrillen zu filmen und die Aufnahmen anschließend in sozialen Medien zu posten. Teils ermittelt sie in dem Zusammenhang auch zu sexuellen Übergriffen. Dem Sender France Info zufolge würden Männer dabei gezielt Frauen belästigen und provozieren und dabei ihre Reaktion heimlich mit der Brille filmen.

Véronique Béchu, Leiterin des Observatoriums gegen digitale Gewalt e-Enfance, sagte bei France Info, es gebe ganze Konten, die ausschließlich solche Videos verbreiteten. Béchu forderte, es müssten nicht bloß die Videos gelöscht, sondern die Konten geschlossen werden.

Smart Glasses sind mit einer Kamera und Mikrofon ausgestattete Brillen, die sich optisch kaum von gewöhnlichen Brillen unterscheiden. Die Pariser Justiz hat jüngst auch getestet, ob mit den Brillen andere Straftaten begangen werden können – etwa das Abgreifen von Zugangsdaten wie Pins oder Passwörtern.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

23.09.2026 Strafmaß im Weinstein-Verfahren in New York erwartet Der Schuldspruch gegen Harvey Weinstein 2020 galt als Meilenstein, bis er 2024 überraschend kassiert wurde. Das Verfahren wurde neu aufgerollt - die Staatsanwaltschaft fordert 20 Jahre Haft. 17.09.2026 Social-Media-Konto ab 15, sichere Spiele - das plant Brüssel EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will Kinder in der EU schützen und Apps wie TikTok und Instagram stärker in die Verantwortung nehmen. Wie das funktionieren soll und was sie vorschlägt. 16.09.2026 Einen Euro nach Millionenraub - Kardashian: «Bin dankbar» Vor zehn Jahren drangen Räuber in Paris in das Hotelzimmer von Kim Kardashian ein und erbeuteten Schmuck im Wert von mehreren Millionen Euro. Nun erhielt Kardashian eine symbolische Entschädigung. 16.09.2026 Sophie Marceau übers Altern: «Genieße die Reife» Einst war sie Teenie-Star, nun wird die französische Schauspielerin Sophie Marceau bald 60. Wie blickt sie auf das Altern?