Sportpolitik

Kommission empfiehlt Mronz als DOSB-Präsidentschaftskandidat

05. Oktober 2026 , 15:58 Uhr

Michael Mronz steht vor dem Aufstieg ins Amt des DOSB-Präsidenten. Er wird als Kandidat vorgeschlagen. Doch es könnte noch Gegenkandidaten geben.

IOC-Mitglied Michael Mronz soll auf Empfehlung einer Findungskommission als Nachfolger von Thomas Weikert als neuer Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds kandidieren. «Die Spitzenverbände und die Landessportbünde haben diesen Vorschlag beraten und sich darauf verständigt, ihre Beratungen nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 30. Oktober 2026 fortzusetzen», hieß es in einer Mitteilung. 

Eine Verständigung auf einen gemeinsamen Kandidaten sei damit aber nicht verbunden, hieß es weiter. Als möglicher Gegenkandidat von Mronz wird der Präsident der Deutschen Triathlon Union, Martin Engelhardt, gehandelt. «Die Vertreter der Landessportbünde und der Spitzenverbände haben sich verständigt, bis Ende der Bewerbungsfrist am 30.10.2026 weitere Perspektiven einzubeziehen und bis dahin seitens der Verbändesäulen keine Empfehlung für das Präsidentenamt auszusprechen», erklärte Jürgen Scholz, Präsident des Landessportverbands Baden-Württemberg sowie Sprecher der Landessportbünde und Koordinator der Findungskommission.

Mronz ist international gut vernetzt

Der 59 Jahre alte Sportmanager Mronz bringt durch seine Rolle im Internationalen Olympischen Komitee ein großes Netzwerk mit, das der Münchner Bewerbung um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 im internationalen Wettstreit helfen könnte. 

Der noch amtierende DOSB-Chef Weikert hatte am Donnerstag seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur um den Spitzenposten erklärt. Der 64-Jährige begründete die Entscheidung damit, dass ihm die Kraft für eine weitere Amtszeit fehle. Mehrere Verbände hatten Weikert zudem signalisiert, eine Wiederwahl bei der Mitgliederversammlung des DOSB am 5. Dezember in Frankfurt am Main nicht unterstützen zu wollen.

Mitbegründer einer Olympia-Initiative

Mronz gilt schon länger als Favorit auf das Amt, hatte aber bislang eine Bewerbung offen gelassen. Stattdessen verwies er auf eine Findungskommission, die sich auf Initiative der Sprechergruppe der Spitzenverbände und ohne direkte Beteiligung des DOSB gegründet hatte. Noch bis zum 30. Oktober können Kandidaten ihr Interesse erklären, zwei Wochen später will der DOSB die Liste der Bewerber um die zur Wahl stehenden Positionen veröffentlichen.

Als IOC-Mitglied gehört der gebürtige Kölner Mronz auch jetzt schon dem DOSB-Präsidium an. Der Witwer des früheren Außenministers Guido Westerwelle ist Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH. Zudem war er Mitbegründer der Initiative Rhein-Ruhr, die eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2032 angestrebt hatte. Daraus wurde aber nichts, weil sich das IOC früher als erwartet auf das australische Brisbane als bevorzugten Kandidaten festlegte.

Wegen seiner Nähe zur Bewerbung von Köln-Rhein-Ruhr im nationalen Wettkampf um eine erneute deutsche Olympia-Kandidatur gab es zuletzt auch Kritik aus den Reihen des Sports an einem weiteren Aufstieg von Mronz. Das NRW-Projekt hatte am vergangenen Samstag das Duell mit der Münchner Bewerbung verloren.

Quelle: dpa

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