Kriminalität

Lange Haftstrafe für Giftmord an Kollegen in Tschechien

23. Oktober 2026 , 16:51 Uhr

Eine vergiftete Limonade im Kühlschrank sollte offenbar klären, wer am Arbeitsplatz stiehlt. Zwei Kollegen tranken davon - einer starb. Was das Gericht noch herausfand.

Weil er zwei seiner Arbeitskollegen mit Frostschutzmittel vergiftet hat, ist ein Mann in Tschechien zu 24 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Das Landgericht in Olomouc (Olmütz) befand ihn unter anderem des Mordes und versuchten Mordes für schuldig.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 48-Jährige eine vergiftete Limonadenflasche in einen gemeinsam genutzten Kühlschrank an seinem Arbeitsplatz platziert hatte. Mehrere Monate später hätten daraus zwei Mitarbeiter der Firma getrunken. Der eine sei an den Folgen der Vergiftung gestorben, der andere habe überlebt, aber schwere Nierenschäden davongetragen.

Gift im Kühlschrank

Als Motiv soll der Angeklagte angegeben haben, dass er herausfinden wollte, wer aus dem Kühlschrank stiehlt. Die Verteidigung argumentierte, dass er niemanden habe umbringen wollen. Zudem zweifelte sie an der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zum Tatzeitpunkt in der zweiten Hälfte des Jahres 2023. Zu den Vergiftungsfällen kam es in einer Rüstungsfabrik in Sternberk, rund 200 Kilometer östlich von Prag.

Dem Verurteilten wurde des Weiteren zur Last gelegt, im Mai 2025 mit Rattengift, Blei und Morphium vergiftete Getränkeflaschen an verschiedenen Orten in Olomouc verteilt zu haben. Der Anklage zufolge war sein Ziel, Obdachlose zu vergiften. Die Polizei stellte die Gefäße sicher, da der Mann zu dem Zeitpunkt bereits als Verdächtiger unter Beobachtung stand. Hätten die Beamten nicht so schnell und entschieden gehandelt, hätte es weit mehr Tote geben können, sagte Staatsanwalt Jindrich Pazdera nach Angaben der Agentur CTK.

Nach Verbüßung seiner Haftstrafe muss der Täter laut Urteil in Sicherungsverwahrung genommen werden. Dabei wird der Verurteilte zum Schutz der Allgemeinheit in einer besonderen Therapieeinrichtung untergebracht.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

22.10.2026 Unternehmer muss wegen illegaler Müllexporte ins Gefängnis Mehr als 700 Tonnen Müll, darunter Batterien und Kunststoffe, landeten verbotenerweise im Ausland. Nun muss der Chef des Entsorgungsbetriebs mehrere Jahre ins Gefängnis. 22.10.2026 Kindesmissbrauch: Drei Jahre Haft für Kabarettist Gunkl Künstler Günther «Gunkl» Paal sammelte Missbrauchsdarstellungen im Internet – und verübte selbst einen Übergriff gegen ein Kleinkind, urteilt ein Gericht. In dem Prozess geht aber auch um Erpressung. 23.10.2026 Mord-Prozess: Freispruch 21 Jahre nach der Tat Die Tat geschah 2005. Das Opfer war eine Studentin. Die 19-Jährige starb vor einer Telefonzelle. Erst jetzt fällt die Justiz ein Urteil über den Verdächtigen, der aus Australien angereist war. 23.10.2026 Lebenslange Haft für Mord an Ex-Frau auf offener Straße Jahrelang soll er seine frühere Frau überwacht und ihr Auto mit einem GPS-Sender verfolgt haben. Dann griff er sie auf offener Straße an. Nun ist das Urteil gefallen.