Migration

Mehr als ein Dutzend Leichen an Italiens Küsten angeschwemmt

17. Februar 2026 , 21:55 Uhr

Aller Gefahr zum Trotz machen sich Migranten auf den Weg übers Mittelmeer nach Europa. Im Winter ist das Risiko besonders groß. Befürchtet wird, dass in den vergangenen Wochen Hunderte starben.

An Italiens Küsten sind mehr als ein Dutzend Leichen angeschwemmt worden – vermutlich Migranten, die beim Versuch ums Leben kamen, das Mittelmeer zu überqueren. An Stränden auf Sizilien sowie in der süditalienischen Region Kalabrien wurden nach Angaben von Behörden in den vergangenen Tagen mindestens 15 Tote gefunden. Vermutet wird, dass die Menschen in den vergangenen Wochen auf hoher See Winterstürmen zum Opfer fielen. 

Die Fahrt übers Mittelmeer nach Europa gilt auch bei normalen Wetterbedingungen als gefährlich. Oft werden Migranten von Schleppern aus Ländern wie Libyen und Tunesien in Schiffen auf den Weg geschickt, die kaum seetauglich sind. Hilfsorganisationen befürchten, dass in diesem Winter mehrere Hundert Menschen ertrunken sind. Auch auf hoher See wurden bereits Leichen gefunden, sowohl von der Küstenwache als auch von zivilen Schiffen wie Fischerbooten.

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

In der Nähe von Tropea, einem Badeort am Festland, wurde nach Angaben von Dienstag eine Leiche von Schülern entdeckt. Der unbekannte Mann trug eine orangefarbene Rettungsweste. Auch eine Frau, die keine Papiere bei sich hatte, wurde tot geborgen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Auch auf der kleinen italienischen Insel Pantelleria wurden Leichen gefunden. 

Italien gehört zu den Ländern, die von der Fluchtbewegung übers zentrale Mittelmeer besonders betroffen sind. Jedes Jahr landen Zehntausende mit Booten an Italiens Küsten. Die Rechts-Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte ihren Kurs in der Migrationspolitik in der vergangenen Woche nochmals verschärft.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

15.03.2026 Flüchtlingsboot vor Lampedusa gesunken: Kind vermisst Vor der italienischen Insel verschwindet wieder ein Boot im Meer. 64 Menschen können gerettet werden. Nach einem Kind aus Sierra Leone wird noch gesucht. 17.03.2026 Aus für «Little Napoleon»: US-Grenzschützer Bovino tritt ab Für sein martialisches Auftreten wurde Greg Bovino gefürchtet und verspottet. Kaum einer verkörperte Trumps radikale Abschiebepolitik wie der Border-Patrol-Chef. Nun hängt er den Mantel an den Haken. 16.03.2026 Russischer Tanker: Moskau sieht Anrainer in der Pflicht Die Lage auf dem im Mittelmeer driftenden beschädigten russischen Gastanker «Arctic Metagaz» verschärft sich. Russland fordert nun die Länder, denen eine Öko-Katastrophe droht, zum Handeln auf. 16.03.2026 Libyen-Affäre: Sarkozy kämpft in Berufung gegen Haftstrafe Frankreichs Altpräsident Sarkozy musste in erster Instanz eine beispiellose Strafe von fünf Jahren Haft einstecken. Sarkozy will das nicht auf sich sitzen lassen. Der Fall ist erneut vor Gericht.