Epstein-Akten

Melania Trump streitet Nähe zu Epstein ab: «Nie befreundet»

09. April 2026 , 21:58 Uhr

Melania Trump stand bisher nicht im Mittelpunkt der Epstein-Akten. Jetzt lenkt sie mit einer Presseerklärung den Fokus auf sich - und sorgt für offene Fragen.

In einer bemerkenswerten Presseerklärung hat die US-amerikanische First Lady Melania Trump eine engere Beziehung zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dementiert. «Ich war nie mit Epstein befreundet», sagte sie auf einem eigens anberaumten Pressetermin im Weißen Haus. Auch sei sie nie auf seiner Privatinsel oder in einem seiner Flugzeuge gewesen. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst. 

Was genau die First Lady zu dem Statement veranlasst hat, war zunächst unklar. Beobachter halten es für möglich, dass sie damit bevorstehenden Vorwürfen zuvorkommen wollte. Fragen von Journalisten beantwortete Trump nicht.

Trump nahm in ihrer Ansprache auch Bezug auf E-Mail-Verkehr mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell. «Meine E-Mail-Antwort an Maxwell kann nicht als mehr als eine lockere Korrespondenz eingestuft werden», sagte Trump, ohne Details zu nennen.

Freundlicher Mailverkehr zu einem Treffen in New York

Die Demokraten aus einem Kongressausschuss hatten zuvor eine Mail aus dem Jahr 2002 veröffentlicht, die sich an «G!» richtete und von «Melania» unterschrieben wurde. Sie wird als Beweis für einen Austausch zwischen Maxwell und Trump gewertet. Darin geht es unter anderem um ein mögliches Treffen in New York und einen Artikel über «JE». Absender und Empfänger wurden geschwärzt.

«Die Lügen, die mich mit dem schmachvollen Jeffrey Epstein verbinden, müssen heute ein Ende finden», sagte Trump im Weißen Haus. Falsche Behauptungen zu einer engeren Verbindung zu Epstein hätten lediglich das Ziel, ihrem Ruf zu schaden. Gemeinsam mit ihren Anwälten werde sie dagegen vorgehen. 

«Donald und ich wurden von Zeit zu Zeit zu denselben Partys wie Epstein eingeladen, da sich gesellschaftliche Kreise in New York City und Palm Beach häufig überschneiden.» Eine echte Beziehung zu Epstein habe es aber nicht gegeben.

Trump sagte weiter, sie selbst sei kein Opfer von Epstein gewesen. Den Kongress forderte sei auf, Opfer des Sexualstraftäters unter Eid Aussagen zu lassen. «Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen.»

Der Skandal Epstein reicht Jahrzehnte zurück

Multimillionär Epstein aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 war Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben.

Der Fall war schon vor vielen Jahren einmal vor Gericht verhandelt worden, den Ausgang empfanden Opfer und Kritiker Epsteins allerdings als ungenügend. Der Millionär hatte sich damals zu einzelnen Punkten der Anklage schuldig bekannt. Später wurde der Fall dann nochmals aufgerollt. Epstein starb, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können.

Quelle: dpa

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