Klassik- und Theaterfestival

Neue Festspielchefin will Wogen in Salzburg glätten

08. April 2026 , 15:32 Uhr

Nach dem Eklat um den Führungsstil bei dem berühmten Festival verspricht die neue Intendantin Offenheit und ein gesundes Arbeitsklima. Doch zunächst muss sie irritierte Kulturstars beruhigen.

Der Abgang des langjährigen Salzburger Festspiel-Intendanten Markus Hinterhäuser hat in Kulturkreisen Irritationen ausgelöst. Seine Nachfolgerin Karin Bergmann wirbt nach eigenen Worten nun um das Vertrauen der namhaften Künstlerinnen und Künstler, die das österreichische Opern-, Konzert- und Theaterfestival gestalten.

Sie habe bereits mit Regisseuren, und Schauspielern sowie mit Elfriede Jelinek und Peter Handke gesprochen, sagte Bergmann am Mittwoch in ihrer ersten Pressekonferenz als Übergangs-Intendantin. Die beiden Literaturnobelpreisträger hatten ein Künstler-Protestschreiben gegen die vorzeitige Auflösung von Hinterhäusers Vertrag mitunterzeichnet. Bei den kommenden Festspielen im Sommer stehen Jelinek- und Handke-Uraufführungen auf dem Programm.

Das Aufsichtsgremium hatte sich von dem künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreichen Intendanten nach einem Streit um seinen Führungsstil getrennt. Diesen Schritt, und die öffentliche Verurteilung Hinterhäusers, bezeichneten die Künstler in dem Schreiben vom Dienstagabend als «beispiellosen, würdelosen und für uns nicht nachvollziehbaren Vorgang».

Protest von Handke, Jelinek, Moretti und Levit

Auch andere eng mit dem Festival verbundene Künstler wie der Starpianist Igor Levit, der Schauspieler Tobias Moretti und die Sopranistin Asmik Grigorian unterzeichneten den Brief. Bergmann sagte, das Schreiben richte sich nicht gegen sie, sondern gegen Unklarheiten rund um den Abgang Hinterhäusers.

Nun gelte es, für die bestmöglichen Arbeitsbedingungen zu sorgen, um das hohe künstlerische Niveau der Festspiele zu halten, sagte Bergmann. Dafür will die ehemalige Direktorin des Wiener Burgtheaters ein Arbeitsklima entwickeln, in dem sich jeder «aufgehoben und angenommen» fühlt. Bergmann kritisierte aber auch, dass bei den Festspielen und anderen Institutionen Vorwürfe zu Herabwürdigungen und anderen Vorfällen erst nach langer Zeit und anonym erhoben würden. Wichtig seien deshalb Offenheit, Dialog und frühzeitige Kommunikation.

Die aus dem Ruhrgebiet stammende Bergmann war ursprünglich als Leiterin der Theater-Sparte der Festspiele an der Seite Hinterhäusers im Gespräch. Nun hat sie vorläufig bis 2027 sein Amt übernommen. «Ich sehe mich für zwei Sommer als Brückenbauerin», sagte sie. Eine Bewerbung als dauerhafte Intendantin schließt Bergmann nach eigenen Angaben aus, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

26.03.2026 Salzburger Festspiel-Streit: Intendant Hinterhäuser geht Fast zehn Jahre hatte der selbstbewusste Intendant das Klassik-Festival in Salzburg geleitet. Jetzt wurde Hinterhäuser beurlaubt. Nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin wird bereits gesucht. 22.03.2026 Auto als Star – in Hamburg geht es «Zurück in die Zukunft» Eine Zeitmaschine in einem DeLorean: In den 1980er Jahren war der Film «Zurück in die Zukunft» mit Michael J. Fox ein Megaerfolg. Nun feiert die Komödie in Hamburg als Musical Deutschland-Premiere. 20.03.2026 Streit um Salzburgs Festspielchef geht in die Verlängerung Das Aufsichtsgremium des renommierten Festivals ist mit dem Führungsstil von Intendant Hinterhäuser unzufrieden. Deshalb soll er abtreten. Doch der selbstbewusste Manager wehrt sich. 15.03.2026 Generalmusikdirektor Jurowski: noch kein Plan für nach 2029 Bis 2029 bleibt Dirigent Vladimir Jurowski noch Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München. Und dann?