Öffentlicher Nahverkehr

Passagier ans Steuer gelassen: Busfahrer fristlos gekündigt

07. Mai 2026 , 14:31 Uhr

Ein Linienbusfahrer hatte in Bamberg einem Passagier das Steuer überlassen. Nun hat sein Arbeitgeber Konsequenzen gezogen.

Die Stadtwerke Bamberg haben einem Busfahrer, der einen Fahrgast ans Steuer eines Linienbusses gelassen hatte, fristlos gekündigt. Das Vertrauensverhältnis sei irreparabel gestört, hieß es zur Begründung. «Mit seinem Verhalten hat der Busfahrer nicht nur alle Kolleginnen und Kollegen in Misskredit gebracht, die tagtäglich einen guten Job machen. Auch das Image der Stadtwerke Bamberg wurde durch derartiges gedankenloses Verhalten stark beschädigt», betonte Geschäftsführer Michael Fiedeldey.

Der Fahrer hatte in der Nähe des zentralen Omnibusbahnhofs einen Passagier auf den Fahrersitz des Stadtbusses gelassen, in dem auch andere Fahrgäste waren. Als der Hilfsfahrer abrupt bremste, verletzten sich zwei von ihnen leicht; sie erlitten nach Polizeiangaben Prellungen.

Heftige Konsequenzen

Für den um die 30 Jahre alten Fahrer hat die nicht einmal 100 Meter lange Fahrt gravierende Konsequenzen: Noch während des Polizeieinsatzes am Freitagnachmittag wurde er vom Dienst freigestellt, jetzt folgte die finale Entscheidung: «Der Arbeitsvertrag wird fristlos und außerordentlich gekündigt», teilten die Stadtwerke mit. Auch der Betriebsrat stehe hinter der Entscheidung. Der Busfahrer erhalte zudem Hausverbot.

Das Unternehmen kündigte obendrein weitere rechtliche Schritte gegen den Busfahrer und den Fahrgast an. Auch die Polizei ermittelt gegen beide: gegen den Passagier am Steuer wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung, und gegen den eigentlichen Busfahrer wegen Straftaten nach dem Straßenverkehrsgesetz und dem Strafgesetzbuch.

Was die beiden geritten hat, den Platz hinter dem Lenkrad zu tauschen, blieb weiter unklar. «Das ist die spannende Frage, die wir alle nicht beantworten können», sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Zwar habe es eine Anhörung durch die Personalabteilung gegeben, aber im Ergebnis sei das Motiv weiter offen. «Wir wissen auch nicht, in welchem Verhältnis die zueinander standen, wie es konkret zu dieser Situation gekommen ist, ob die sich verabredet haben oder was auch immer – alles Spekulation.» Allerdings sei dies mit Blick auf die gezogenen Konsequenzen letztlich auch nicht relevant.

Quelle: dpa

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