Neues Soloalbum mit 77

Queen-Drummer Roger Taylor: «Macht die Welt nicht kaputt»

16. September 2026 , 09:30 Uhr

Roger Taylor sorgt sich um den Zustand des Planeten. Nun veröffentlicht der Queen-Schlagzeuger neue Musik, in der er diese Sorgen verarbeitet. Doch sein siebtes Soloalbum ist überwiegend aufmunternd.

«Eigentlich spricht der Albumtitel schon für sich», sagt Roger Taylor (77) im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Violence Insane in a Beautiful World» heißt das siebte Soloalbum des Queen-Schlagzeugers. «Es gibt gerade so viel Gewalt auf der Welt, Kriege und das alles. Und trotzdem ist es eine schöne Welt. Ich will einfach nur sagen: Macht sie nicht kaputt.»

Auf den Beginn mit Vogelzwitschern, harmonischem Piano und den Stimmen des südafrikanischen Ndlovu Youth Choir in «A Beautiful World» folgen harte E-Gitarren, ein stampfendes Schlagzeug und eine verzerrte Stimme in «Violence Insane». Schönheit und Gewalt – «die beiden gehören irgendwie zusammen».

Was folgt, ist eine eklektische Mischung unterschiedlichster Songs, die sich über die Jahre angesammelt hätten. Die vorab veröffentlichte, mitreißende Single «Come on Summer (It’s Party Time)» mit dem südafrikanischen Ndlovu Youth Choir ist eines der Highlights auf dem vielseitigen Album.

Abrechnung mit Rechtspopulist Farage

Anders als mit Queen wird Taylor explizit politisch. «Ein Mann ohne Moral und echte Qualitäten», singt er in «Chump». Gemeint ist Nigel Farage, Parteichef der rechtspopulistischen Reform UK. «Da mache ich kein Geheimnis draus», so Taylor. «Ich kann es einfach nicht fassen, dass dieser furchtbare Mann auf gewisse Weise einer der mächtigsten Menschen der Welt ist.»

Bei Queen sei es um Unterhaltung gegangen, sagt Taylor, der für die Band Welthits wie «Radio Ga Ga» und «A Kind of Magic» schrieb. «Aber wenn man eine Soloplatte für sich selbst macht, kann man sagen, was man will. Da muss man sich keine Gedanken machen, was andere denken.» – das ist einfach deine eigene Meinung.»

Freundlichkeit, Liebe und Fotos vom Essen

Davon abgesehen ist «Violence Insane in a Beautiful World» ein überwiegend positives Album. «Irgendwann kommt eine Zeit, in der Freundlichkeit das Einzige ist, was zählt», singt Taylor in «What Really Matters». Die Erkenntnis sei ihm im Alter gekommen, erzählt der 77-Jährige. Freundlichkeit sei «einfach diese Riesen-Superkraft».

«I See You Now» ist eine Liebeserklärung an seine Ehefrau Sarina. «Sie ist wahrscheinlich der netteste Mensch, den ich kenne.» Die andere Ballade des Albums ist eine Coverversion von John Lennons «Jealous Guy».

Amüsant ist «Don’t Photograph Food», mit dem sich der Schlagzeuger über die Social-Media-Nutzer lustig macht. Er singt über Simpsons-Wolken – eine Anspielung auf den Vorspann der Kultserie, über schnelle Autos und Essen. «Fotografiert nicht das Essen», sagt er und lacht. «Ich weiß, wie das aussieht.»

Mit seiner markanten Stimme sang Roger Taylor auch schon einige Queen-Songs. Leadsänger habe er aber nie sein wollen. «Wir hatten schließlich Freddie Mercury», sagt er. «Ich wollte einfach nur in einer Band sein.» Solo klingt Taylor aber auch ziemlich gut.

Quelle: dpa

 

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