Musik

Rapper Finch: Auf der Bühne übe ich als Kunstfigur Kritik

03. Juli 2026 , 13:16 Uhr

Nicht nur Beats: Musiker Finch nutzt die Bühne auch, um Missstände anzuprangern. «Wenn Musik nichts zu sagen hat, kann sie nicht bestehen.» Was ihn antreibt, auch weiter den Osten zu thematisieren.

Rapper Finch («Kein Bock auf Krieg», «Liebe auf der Rückbank») sieht sich auf der Bühne als Kunstfigur – die aber auch Kritik übt. «Ich bin nicht der Pausenclown», sagte er der «Märkischen Allgemeinen» (MAZ). «Wenn Musik nichts zu sagen hat, kann sie nicht bestehen.» Hip-Hop, Rap, aber auch Rock’n’Roll seien entstanden, um zu kritisieren. «Meine Songs sind oft, auch als Provokation, ein Auslöser, um nachzudenken und darüber zu reden», so der 36 Jahre alte Brandenburger. 

Konkret kritisierte Finch Politikerinnen und Politiker und wofür Geld ausgegeben werde – etwa für die Bundeswehr. «Es kann nicht sein, dass die Schulen zerfallen, die Rente nicht sicher ist, aber für Krieg oder den „Verteidigungsfall“, wie er genannt wird, ist genügend Geld da.» Das gehe nicht gegen Soldaten, sondern «gegen die Politik da oben». Dann brauche sich seiner Meinung nach niemand zu wundern, wenn «die Leute an die Ränder der Politik wandern, sich nicht mehr abgeholt und nicht mehr gehört fühlen».

Auch eine Trennung in Ost- und Westdeutschland bleibe für ihn ein wichtiges Thema, sagte Finch, der in Frankfurt (Oder) geboren wurde: «So lange die Chancengleichheit nicht gewährleistet ist, so lange die Löhne unterschiedlich hoch sind und die Wurzeln von rechter Politik fast nur in Ostdeutschland gesucht werden.» Deswegen werde er weiter über den Osten sprechen. «Wenn in den Führungsetagen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auch Ostdeutsche in angemessener Zahl vertreten sind, dann könnten wir damit aufhören».

Quelle: dpa

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