Bei einer Verfolgungsfahrt durch die fränkische Provinz haben zwei Männer auf das Fahrzeug eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei geschossen. Der Beifahrer habe drei bis fünf Schüsse abgegeben, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Ansbach, Friedrich Weitner. Mindestens einer traf nach Polizeiangaben ein Polizeifahrzeug. Der Mann habe sich nach Ende der Verfolgungsjagd der Polizei ergeben, sagte Weitner.
Der Fahrer des Wagens habe versucht, sich gegen seine Festnahme zu wehren und Widerstand geleistet. Gegen beide beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Insgesamt waren zunächst drei Männer festgenommen worden, einer davon ist wieder auf freiem Fuß, wie ein Polizeisprecher in Nürnberg sagte. Fünf Menschen wurden bei dem Vorkommnis leicht verletzt, nachdem es zu einem Unfall gekommen war, darunter drei Polizisten und die beiden Flüchtigen.
Das SEK wollte nach Polizeiangaben am Dienstagabend in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen die drei Männer – 23, 24 und 30 Jahre alt – in einer Wohnung festnehmen. Es gab demnach Hinweise darauf, dass sie illegal Waffen besitzen. Welchem Zweck diese Waffen dienen sollten, blieb zunächst unklar. Festgenommen wurde an Ort und Stelle nur einer der Verdächtigen – die anderen beiden flüchteten mit einem Auto mit niederländischer Zulassung. Die Verdächtigen sind nach Polizeiangaben türkischer Herkunft.
Das SEK verfolgte sie und wurde laut Polizei dabei von ihnen beschossen. Verletzt wurde jedoch zunächst niemand. Die Verfolgungsfahrt zog sich in der Gegend um den bei Ausflüglern beliebten Brombachsee bis in das rund 20 Kilometer entfernte Weißenburg. Dort stieß der Wagen der beiden Flüchtigen mit einem unbeteiligten Fahrzeug zusammen. Die beiden Verdächtigen seien bei dem Unfall eingeklemmt worden. Die Polizei hatte zuvor einen gezielten Schuss auf einen Reifen des Fluchtfahrzeuges abgegeben.
Die Polizei stellte im Fahrzeug der beiden Männer eine Waffe sicher. «Wir müssen im Moment davon ausgehen, dass es sich um eine scharfe Schusswaffe gehandelt hat, denn wir haben ein Einschussloch im Einsatzfahrzeug der Beamten», sagte Polizeisprecher Michael Konrad.
Mit einem Hubschrauber und einem Suchhund suchte die Polizei zunächst rund um die Wohnung in Absberg nach einem weiteren Menschen. Demnach schloss die Polizei nicht aus, dass eine vierte Person auf der Flucht war. Die Suche blieb zunächst erfolglos.
Die Ermittlungen die Schüsse und die Flucht vor der Polizei betreffend werden nun von der Staatsanwaltschaft Ansbach geführt. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt dagegen weiterhin zu den Hintergründen. Darüber gab eine Sprecherin zunächst keine Auskunft. Teil der Ermittlungen sei aber auch die Frage, inwieweit die Tatverdächtigen in gewaltbereite Gruppierungen eingebunden seien, hieß es in einer Mitteilung der Polizei.
Quelle: dpa