Grübeln in der Nacht

Sozialer und politischer Wandel größte Sorge in Deutschland

02. September 2026 , 05:00 Uhr

Üblicherweise stehen die Gesundheit und das Geld an der Spitze der größten Sorgen - so auch in einer internationalen Umfrage der Allianz in zehn Ländern. Die Deutschen jedoch fallen aus dem Rahmen.

Der rasante politische und gesellschaftliche Wandel in Deutschland hat sich nach einer Umfrage der Allianz zur größten Sorge der Menschen hierzulande entwickelt. In neun anderen Ländern hingegen spielt dieses Thema nur eine mindere Rolle, wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte – von Australien bis zur Türkei stehen Gesundheit oder die Finanzen im Vordergrund. 

Soziale Ungerechtigkeit und Polarisierung beunruhigen

Das Institut Ipsos befragte im Allianz-Auftrag von April bis Juni insgesamt zehntausend Menschen in zehn Ländern, von welchen Sorgen sie nachts wachgehalten werden. Den Wandel der Gesellschaft nannte die Hälfte der deutschen Befragten als größtes Sorge. Dabei geht es konkret um soziale Ungerechtigkeit, zunehmende Polarisierung der Gesellschaft, die Angst vor Kriegen oder die Stabilität der Demokratien weltweit. An zweiter und dritter Stelle folgten dann auch in Deutschland die Themen Gesundheit (44 Prozent) und Finanzen (43 Prozent). «Diese Zahlen sind kein abstraktes Stimmungsbild, sie spiegeln echte Ängste wider», sagte Allianz-Vorstandsmitglied Klaus-Peter Röhler. 

Ältere sorgen sich am meisten um die Gesundheit 

In Sachen Wandel besonders besorgt sind die Babyboomer (Jahrgänge 1945 – 1965), unter denen sogar 57 Prozent von der Entwicklung beunruhigt sind. Allerdings steht in dieser Altersgruppe über sechzig die Sorge um die Gesundheit an erster Stelle. 

In den übrigen Ländern sind andere Sorgen größer

International hingegen sind die Sorgenprioritäten ganz andere: Im Schnitt der zehn Länder liegt der gesellschaftliche Wandel mit 28 Prozent nur auf dem fünften Platz, davor kommen noch allgemeine Zukunftssorgen und Sicherheit. Abgesehen von den Befragten in Deutschland, Australien und der Türkei kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Brasilien, Frankreich, Großbritannien, Indonesien, Italien, Spanien und der Schweiz. In anderen Ländern unter den fünf größten Sorgen tauchten unter anderem noch Wohnen, Job und Karriere, Umwelt sowie die Bildung auf.

Quelle: dpa

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