Tennis in London

Mama Maria und kämpfender Struff feiern Siege in Wimbledon

29. Juni 2026 , 21:11 Uhr

Drei Jahre nacheinander verliert Tennisspielerin Maria in der ersten Runde von Wimbledon. Diesmal reist sie mit dem Finaleinzug von Eastbourne an und macht es besser. Struffs Auftakt wird spannend.

Tatjana Maria als stolze Mama und Jan-Lennard Struff mit einem packenden Fünf-Satz-Krimi haben in Wimbledon deutsche Auftakterfolge gefeiert. Maria setzte sich mit 6:4, 6:4 gegen die Kasachin Julia Putinzewa durch. Erstmals seit ihrem sensationellen Halbfinaleinzug beim Rasenklassiker vor vier Jahren zog die deutsche Tennisspielerin wieder in Runde zwei ein. 

Anschließend rang Struff den Argentinier Sebastian Baez mit 6:1, 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 7:5 nieder und brüllte seine Freude heraus. Der 36 Jahre alte Sauerländer lag mit 2:0-Sätzen vorn, musste aber dennoch in den entscheidenden fünften Satz. Dort drehte er einen 1:3-Rückstand und behauptete sich in 2:57 Stunden. 

«Es ist ein dreckiger Sieg», bilanzierte Struff. «Ich habe nicht gut gespielt im dritten und vierten Satz. Das war extrem frustrierend. Dass ich es dann geschafft habe, irgendwie noch umzudrehen im fünften, war unglaublich.»

Als Einzige aus einem deutschen Tennis-Trio am Eröffnungstag schied Tamara Korpatsch aus. Die Hamburgerin blieb beim 2:6, 1:6 gegen die zweimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Coco Gauff aus den USA chancenlos. Struff und Maria dürfen sich dagegen auf einen zweiten Auftritt am Mittwoch freuen.

Mit der Familie auf der Tribüne

Maria machte es gestärkt von ihrem Finaleinzug in der vergangenen Woche in Eastbourne deutlich weniger spannend als Struff. «Ich spiele sehr gerne Tennis, aber ich bin Mama an erster Stelle», sagte die zweifache Mutter, deren ältere Tochter Charlotte als großes Tennis-Talent gilt. Ihr mache es Spaß, weil es auch ihren Kindern auf der Tour gefalle. 

Angefeuert von Ehemann und Trainer Charles-Édouard sowie den Töchtern Charlotte und Cecilia zermürbte Maria die Kasachin Putinzewa mit ihren unterschnittenen Schlägen. Erfolgreich streute sie zudem Stoppbälle ein und schloss Punkte am Netz ab. «Es ging hin und her. Ich bin wirklich zufrieden mit meiner Performance, dass ich im Kopf klar geblieben bin, dass ich gut aufgeschlagen habe», bilanzierte die Weltranglisten-96. bei Prime Video.

Blutende Wunde stört Maria nicht

Die Schwäbin verlor zwar nach einer 3:0-Führung vier Spiele in Serie, holte sich aber dennoch den ersten Satz. Im zweiten Abschnitt sicherte sie sich das Break zum 2:1 und ließ sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen. 

Gegen Ende des Matches hatte sie eine kleine blutige Wunde am Bein und hoffte nur, dass es der Schiedsrichter nicht sieht, damit dieser nicht den Physiotherapeuten auf den Platz hole. «Ich wollte in meinem Flow bleiben und das fertig spielen.» Und das gelang. Nun trifft Maria als Außenseiterin auf die amerikanische Weltranglisten-16. Iva Jovic. 

 

Zverev startet am Dienstag

Angeführt von French-Open-Sieger Alexander Zverev sind neun deutsche Tennisprofis in Wimbledon dabei. Der beste deutsche Tennisspieler startet am Dienstag mit seiner Erstrundenpartie gegen den Belgier Alexander Blockx in das dritte Grand-Slam-Turnier der Saison.

Quelle: dpa

 

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